Willi Herren bedauert Auftritt bei Salafisten

KÖLN - "Lindenstraßen"-Bösewicht Willi Herren hat einen gemeinsamen Auftritt mit dem islamistischen Prediger Pierre Vogel bei einer Salafisten-Kundgebung in Köln bedauert

Als "unvoreingenommener Mensch" habe er sich am vergangenen Samstag ein Bild von der umstrittenen Veranstaltung machen wollen, was aber keinesfalls ein "Pro-Salafisten-Besuch" gewesen sei, schrieb Herren auf seiner Facebook-Fanseite.

Die Ziele der Gruppierung seien "genauer betrachtet nicht konform mit einer Welt, wie ich sie mir vorstelle". Der Schauspieler war jahrelang in der ARD-Serie als Bösewicht Olli Klatt zu sehen und dreht nun nach längerer Pause seit März wieder für die "Lindenstraße".

"Willi Herren ist höchstens radikal er selbst und nicht mehr und nicht weniger", sagte Produzent Hans W. Geißendörfer am Montag laut Mitteilung. "Er gehört aber seit langem nicht mehr zum Ensemble der "Lindenstraße" und tritt nur noch gelegentlich als Gaststar auf." Zum Umfang des aktuellen Engagements wollte sich ein "Lindenstraßen"-Sprecher nicht äußern. Die Folgen sollten im Sommer ausgestrahlt werden.

Herren war am Samstag zum Salafisten-Prediger Vogel auf die Bühne gekommen und hatte den Islamisten nach Darstellung mehrerer Medien einen "herzensguten Menschen" genannt. Die Veranstaltung lobte er, sie habe nichts mit Hass zu tun.

Die Anhänger des Salafismus - ein rückwärtsgewandter Ur-Islam - wollen eine Gesellschaft nach Regeln der islamischen Rechtsordnung Scharia errichten. Der Salafismus gilt als ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Gegen die Kundgebung in Köln hatten 40 Anhänger der rechtsextremen Partei Pro NRW mit islamfeindlichen Parolen Stellung bezogen. Die Veranstaltung wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet und blieb friedlich.

Der Ex-Preisboxer und Konvertit Vogel aus Frechen bei Köln gilt als bekanntester Salafisten-Prediger in Deutschland. Willi Herren beteuerte aber, er habe von dessen Aktivitäten bei den Salafisten nichts gewusst. Er kenne Vogel seit 15 Jahren, sei mit ihm eng befreundet gewesen und habe mit ihm Box-Sport betrieben.

Aber: "Seit Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu Pierre gehabt und habe seine Entwicklung auch wie Ihr nur aus den Medien entnommen", schreibt der 36-Jährige nun im Internet an seine Fans. Er sei kein "Befürworter der Ideale und Ansichten der Salafisten", sondern ein gläubiger Christ, betonte Herren. - lnw

Quelle: wa.de

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