Letzter Umschluss in der „Ulmer Höh“

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DÜSSELDORF - Die schweren Riegel sind zurückgeschoben, die Zellen verwaist. Nach 120 Jahren hat ein berüchtigter Bau in Düsseldorf ausgedient. Die 440 Häftlinge sind vor einer Woche in eine moderne Justizvollzugsanstalt umgezogen.

Das Gefängnis „Ulmer Höh'“ soll bald abgerissen werden. Nun räumen Häftlinge das Mobiliar aus. Devotionalien aus dem Knast werden bereits im Internet versteigert. In dem kreuzförmigen Bau hat sich seit 1893 Kriminal- und politische Geschichte abgespielt.

Während der NS-Zeit waren hier Kommunisten eingekerkert, danach Nazis, darunter der KZ-Kommandant von Treblinka und Sobibor, Franz Stangl, der 1971 in der Zelle starb. Im rot gestrichenen C-Trakt haben Terroristen der RAF wie Andreas Baader gesessen und der islamistische „Kalif von Köln“.

Immer gut besucht waren die Gottesdienste. „Das war der größte Umschlagplatz für diverse Geschäfte“, sagt ein Wärter. Die Kirche war auch Kulturzentrum: Hier traten die Toten Hosen auf und die Kelly Family- dpa

Quelle: wa.de

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