Lena läuft sich warm für den Song Contest

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Lena probt in Düsseldorf für das Finale des Eurovision Song Contest am 14. Mai. -

DÜSSELDORF ▪ Stress ist nicht Lenas Ding. Die Titelverteidigerin will auch in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest Spaß haben. Dies macht sie schon bei ihrer ersten Probe in der Düsseldorfer Arena deutlich.

Der imposante Anblick der zwar noch leeren, aber satte 36 000 Plätze bietenden Zuschauerränge – nicht nur für Lena eine Rekordkulisse – beeindruckt die junge Sängerin. Eingeschüchtert ist sie aber keineswegs. Stattdessen scherzt sie mit den Kameraleuten, fragt in einer kurzen Pause: „Wie steht's denn beim 1. FC Köln?“ Eine Stimme aus dem Off spielt Bundesliga-Ticker für die aus Hannover stammende Wahl-Kölnerin. Am Ende darf sie sich freuen: Der FC schafft den Klassenerhalt.

Doch jedesmal sobald der erste Ton ihres mystischen Elektrosongs „Taken By A Stranger“ erklingt, legt Lena den Schalter um, ist voll und ganz auf die Musik und die Kameras fokussiert. Jeder Blick, jede Geste sitzt, kaum noch stimmliche Wackler. Aus Stefan Raabs Casting-Talent vom Frühjahr 2010 ist längst ein Bühnen-Profi geworden. Gesangsunterricht in den vergangenen Monaten und die Deutschland-Tournee im April dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Lena im schwarzen Overall mit silberner Haarschleife und hellblauen Pumps und ihre fünf Backgrounddamen – zwei Sängerinnen und drei Tänzerinnen im spacigen, silberfarbenen Ganzkörperkostüm – sind ein eingespieltes Team. Schwarz, silber und blau sind auch auf der riesigen LCD-Fläche hinter der Bühne die dominieren Farben. Eine Video-Animation der Space-Tänzerinnen ist zu sehen. Sie untermalt die leicht düstere, „Spooky“-Atmosphäre des Liedes.

Szenenwechsel: Bei der Pressekonferenz in der Leichtathletikhalle neben der Arena ist Lena wieder Gute-Laune-Lena. Erstmal gibt's Apfelkuchen für alle. Den hätten sie und ihre Backgroundsängerinnen eigens noch nachts zwischen 2 und 3 Uhr gebacken, erzählt die 19-Jährige. Bei dem Snack betont sie dann, dass sie mit der Probe zufrieden war. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt.“ In Überlegung seien nur noch einige kleine Änderungen in Sachen Make-Up, Outfit und Kameraeinstellungen.

Übers Gewinnen will Lena hingegen nicht nachdenken. Zu große Hoffnungen, zu viel Wunschdenken würden nur krank machen, meint sie. Dann sei die Enttäuschung am Ende nur umso größer, wenn es nicht klappen sollte. Vielmehr sei es ihr wichtig, eine gute Gastgeberin zu sein. „Ich bin stolz und sehr glücklich, dass wir eine so tolle Veranstaltung hier in Deutschland haben. Das ist so cool!“

„Ich bin ein Kind

der 90er Jahre“

Außerdem hat Lena schon einmal gewonnen, und deswegen gönnt sie anderen den Erfolg – beispielsweise Jedward aus Irland. Beigeistert lobt Lena die flippig-hektischen Zwillinge und ihren Song „Lipstick“, eine eingängige Pop-Dance-Nummer. „Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass Jedward klasse sind.“ Das irische Duo steht ebenso auf Lenas Favoritenliste wie Sjonni's Friends aus Island: Die sechs charmanten Musiker singen für ihren verstorbenen Freund Sigurjon „Sjonni“ Brink, der den isländischen Beitrag „Coming Home“ gemeinsam mit seiner Frau Thorunn Erna Clausen komponiert hat. Auch die Beiträge aus Serbien (Nina: „Caroban“), Armenien (Emmy: „Boom Boom“) und Großbritannien (Blue: „I Can“) haben es Lena angetan. „Ich bin ein Kind der 90er Jahre und war damals großer Blue-Fan“, freut sie sich über das Comeback der britischen Boyband.

Riesig ist Lenas Vorfreude allerdings nicht nur auf das Contest-Finale am Samstag (21 Uhr, ARD), sondern auch bereits auf den Freitag. Wie die Sängerin auf Nachfrage unserer Zeitung erzählt, wird sie dann nämlich die Komponisten von „Taken By A Stranger“, die US-Amerikaner Gus Seyffert und Nicole Morier sowie die Norwegerin Monica Birkenes, endlich persönlich kennenlernen. „Wir werden bestimmt viel Spaß haben. Ich freue mich sehr, dass sie nach Deutschland kommen und bei dem Event dabei sind“, sieht Lena dem Treffen mit dem Soundtüftler-Trio gespannt entgegen. Am Ende kommt er aber doch noch einmal ganz kurz auf – der Gedanke an einen möglichen, erneuten Sieg und was danach kommt. Eines steht für Lena jedenfalls fest: „Nochmal teilnehmen würde ich dann nicht.“ ▪ DOMINIC RIEDER

Quelle: wa.de

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