"Warum?": Eltern des Opfers appellieren an Angeklagten

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Der angeklagte Sportlehrer, dem vorgeworfen wird, seinen Cousin erschlagen zu haben, sitzt im Gerichtssaal im Landgericht in Düsseldorf neben seinem Rechtsanwalt Gordon Christiansen.

DÜSSELDORF - Sie wuchsen wie Brüder auf und wohnten "Garten an Garten": Ein angehender Sportlehrer (28) soll seinen sieben Jahre älteren Cousin erschlagen haben. Dessen Vater richtete im Düsseldorfer Landgericht einen bewegenden Appell an den Angeklagten.

Im Prozess um die Tötung eines Versicherungskaufmanns in Kaarst hat der Vater des Opfers an den Angeklagten appelliert, sein Schweigen zu brechen. Er wolle wissen, warum sein Sohn sterben musste, sagte der 68-Jährige am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht als Zeuge aus: "Warum?". Der 28-jährige Angeklagte und sein Sohn seien wie Brüder aufgewachsen, "Garten an Garten". Die Familien seien eng befreundet gewesen.

Die Mutter des Opfers richtete sich ebenfalls an ihren Neffen auf der Anklagebank: "Warum hast du den Daniel umgebracht? Sage es mir doch!"

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Wochenlang habe der 28-Jährige seine Unschuld beteuert, doch inzwischen sei er überzeugt, dass der Aushilfslehrer seinen Sohn erschlagen habe, sagte der Vater des Opfers. Vor der Tat habe er sich Horrorfilme angeschaut, sein Studium habe sich als Fassade erwiesen.

Er habe nie damit gerechnet, dass der 28-Jährige der Täter sei. Als der aber nach der Tat erzählt habe, Jugendliche hätten seinen Autoschlüssel gestohlen, Benzin im Wagen vergossen, den Gurt herausgeschnitten und den Wagen wieder verschlossen, habe er dies keinen Moment geglaubt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 28-Jährige damit Spuren im Wagen vernichten wollte. Dennoch hatten Spezialisten winzige Blutspuren des Opfers im Wagen des Aushilfslehrers entdeckt. Er ist wegen Totschlags angeklagt. Die Ermittler rätseln nach wie vor über sein Motiv.

Der Sport- und Geschichtsstudent hat seine Täterschaft bestritten und wird nach Angaben seines Verteidigers im Prozess schweigen. An der Beerdigung des Opfers hatte er noch teilgenommen.

Als sich danach die Indizien gegen ihn verdichteten, war er festgenommen worden. Die Auswertung von Telefondaten ergab, dass beide am Tattag mehrfach miteinander gesprochen hatten.

Das Düsseldorfer Landgericht hat für den Fall zunächst 22 Verhandlungstage angesetzt. Die Leiche war im vergangenen Dezember an einer Landstraße in Kaarst bei Düsseldorf entdeckt worden. Der Tote lag neben seinem Wagen. Er war mit einem langen, schweren Gegenstand erschlagen worden. Die Rechtsmediziner fanden Spuren für mindestens zwei Hiebe ins Gesicht und eine Vielzahl von Schlägen auf den Hinterkopf.

Der Vater sagte aus, fünf Tage vor der Tat habe sein Sohn bei einer Familienfeier nicht mehr neben seinem Cousin sitzen wollen. Was der Grund dafür war, wisse er "leider" bis heute nicht.

Die Tatwaffe blieb trotz aufwendiger Suche verschwunden. Die Ermittler hatten sogar den Sarg des Opfers wieder ausgraben lassen, weil sie vermuteten, der Verdächtige könnte die Tatwaffe darin versteckt haben. Bei dem Lehrer wurden auch Fotos von halbnackten Schülerinnen entdeckt worden. - dpa

Quelle: wa.de

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