VBE: IT-Ausstattung der Schulen ist "mittelalterlich"

[UPDATE 14:55] DÜSSELDORF - Die IT-Ausstattung der Schulen in Deutschland ist nach einer Umfrage der Lehrer-Gewerkschaft VBE "mittelalterlich". Mit 22 Prozent habe fast jeder vierte Pädagoge bundesweit überhaupt keinen Zugang zu einem Dienst-PC.

Die IT-Ausstattung der Schulen in Deutschland ist nach einer Umfrage der Lehrer-Gewerkschaft VBE "mittelalterlich". Zwar haben 77 Prozent der Lehrer Zugang zu einem Dienst-PC. In der Regel sei das aber ein Einzelexemplar, das im Lehrerzimmer oder bei der Schulleitung stehe, kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann in Düsseldorf.

Mit 22 Prozent habe fast jeder vierte Pädagoge bundesweit überhaupt keinen Zugang zu einem Dienst-PC. Weiteres Ergebnis der bei Forsa beauftragten Repräsentativ-Erhebung: Trotz der schlechten IT-Bedingungen nutzen nahezu 90 Prozent der Lehrer für ihren Unterricht das Internet und digitales Material.

Lehrer sind "keine digitalen Muffel"

Beckmann betonte bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch: "Lehrer sind keine digitalen Muffel." Die große Mehrheit der insgesamt rund 750 befragten Pädagogen gab an, sich die nötigen IT-Kenntnisse privat angeeignet zu haben.

Nur ein Prozent der Lehrer sagte, die eigene Schule verfüge für jede Klasse über einen Satz an Tablet-Computern oder Smartphones. Dagegen berichteten 87 Prozent, dass es solche Geräte für ihre Schüler überhaupt nicht gebe.

Die Politik müsse mehr Geld in die digitale Ausstattung der Schulen investieren, forderte der VBE. Auf dem zukunftsträchtigen IT-Feld seien Grundschulen besonders abgehängt. Die Pädagogen waren deutschlandweit und in NRW für die laut VBE erste Lehrer-Erhebung dieser Art befragt worden. Die Landesergebnisse liegen Beckmann zufolge nah am Bundesdurchschnitt.

Nur die Hälfte der Lehrer in NRW hat geschützte Mail-Adresse

Leichte Abweichungen zeigen sich beim Datenschutz: Bundesweit verfügen lediglich 57 Prozent - NRW-weit sogar nur 52 Prozent - der befragten Lehrkräfte über eine geschützte dienstliche E-Mail-Adresse. Diese ist nach VBE-Einschätzung aber dringend nötig, um auszuschließen, dass jemand von außen Zugriff auf sensible Schüler-Daten erhält. Zudem haben nur 42 Prozent im Bund - und 39 Prozent im Land NRW - Zugang zu einer geschützten Online-Plattform für Unterricht, Hausaufgaben oder Elternkontakte.

Für die Forsa-Erhebung im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) waren insgesamt 751 Lehrer aller Schulformen bis Anfang November in Telefoninterviews für eine bundesweite und eine NRW-weite Auswertung befragt worden. Jeweils 150 davon in NRW, Bayern und baden-Württemberg.

Eine Power-Point-Präsentation mit den Ergebnissen der Umfrage als Grafiken finden sie hier. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance / gms

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