Landgericht Detmold entscheidet über weiteren Auschwitz-Prozess

Detmold/Dortmund - In Lüneburg hat vor Kurzem einer der letzten Auschwitz-Prozesse in Deutschland begonnen. Ob sich auch vor dem Landgericht Detmold ein weiterer ehemaliger SS-Mann verantworten muss, entscheidet sich in wenigen Wochen. Er ist ebenfalls schon 93 Jahre alt.

Das Landgericht Detmold entscheidet spätestens im Juni, ob es zu einem weiteren Auschwitz-Prozess in Deutschland kommt. Dies teilte eine Gerichtssprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage gegen einen 93-Jährigen wegen Beihilfe zum Mord im Vernichtungslager Auschwitz erhoben.

Der ehemalige SS-Mann stammt aus Lage im Kreis Lippe. Die Stellungnahmefrist für den Angeklagten sei bis zum 18. Mai verlängert worden. Anschließend hat das Gericht vier Wochen Zeit, um über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden.

Nach Angaben des Leiters der NRW-Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen, Oberstaatsanwalt Andreas Brendel, hat der Ostwestfale eingeräumt, ab Anfang 1942 als SS-Angehöriger im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt worden zu sein. Eine konkrete Beteiligung an Tötungen habe der Mann aber bestritten.

In Lüneburg hat am 21. April ein Auschwitz-Prozess gegen einen ebenfalls 93-jährigen Mann begonnen. Dort ist der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen angeklagt. Gröning soll Geld und Wertgegenstände der neu angekommenen Häftlinge gezählt und nach Berlin weitergeleitet haben. - dpa

Quelle: wa.de

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