Land und Städte schließen Theaterpakt für NRW

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Blick auf das Schauspielhaus in Köln.

DÜSSELDORF - Ein Theater-und Orchesterpakt zwischen dem Land und den Städten mit eigenen Bühnen soll die Zukunft der kommunalen Theater in Nordrhein-Westfalen sichern.

Das NRW-Kulturministerium und der Städtetag NRW unterzeichneten am Montag in Düsseldorf einen "Pakt" zur dauerhaften Unterstützung der 18 Stadttheater und 15 kommunalen Orchester. Das Land erklärt darin die Absicht, die Bühnen angesichts der Schuldenkrise vieler Kommunen weiterhin mit jährlich zusätzlich 4,5 Millionen Euro zu unterstützen, wenn die Haushaltslage es zulässt.

Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) sagte, die Bühnen bekämen mit dem Pakt Planungssicherheit. Die Kommunen ihrerseits verpflichteten sich, "allerhöchsten Wert darauf zu legen, dass die Theater und Orchester erhalten bleiben".

Seit 2011 erhalten die Theater und Orchester jährlich vom Land einen Zuschuss von 4,5 Millionen Euro zu der bisherigen Landesförderung von 14,5 Millionen Euro pro Jahr. Der Vorsitzende des Städtetages NRW, Oberbürgermeister Norbert Bude, bezeichnete den Pakt angesichts der kommunalen Spardiskussionen als "ganz wichtiges Signal".

Wie die Landesmittel verteilt werden, entscheidet auch künftig die regelmäßig tagende Theaterkonferenz. Dabei sollen finanzschwache Kommunen besonders berücksichtigt werden. Die Zuschüsse fließen den Bühnen direkt und nicht über die Stadtkämmerer zu. Das Geld soll vor allem für künstlerische Aufgaben genutzt werden.

Mit dem Landeszuschuss könne neues Personal, etwa Theater- und Konzertpädagogen eingestellt werden, sagten der Aachener Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck und der Düsseldorfer Tonhallen-Intendant Michael Becker.

Besonders die Theater in Hagen und Wuppertal "arbeiten am Rand jeder Möglichkeiten", betonte Schmitz-Aufterbeck. Wenn es den Landeszuschuss nicht gäbe, "sähe es noch schwärzer aus". Für Aufsehen hatte im Sommer die Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses gesorgt. Das Ensemble wurde reduziert und bekommt eine kleinere Spielstätte.

Auf Grundlage des Pakts soll das Kulturministerium nun mit den einzelnen Städten konkrete Fördervereinbarungen schließen. Über die finanzielle Absicherung hinaus sollen sich die Bühnen für neue Zielgruppen öffnen und "für diese attraktive und auch niederschwellige Angebote" machen.

An den kommunal getragenen Theatern und Orchestern in NRW gibt es rund 8000 Arbeitsplätze. Rund fünf Millionen Zuschauer besuchen jährlich rund 12 500 Veranstaltungen. - dpa

Quelle: wa.de

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