Brand nach acht Stunden unter Kontrolle

Feuer bei WDI im Hammer Westen: sechs Verletzte, nächtliche Nachlöscharbeiten

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Hamm - An der Wilhelmstraße geriet am Montagmittag eine Halle der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) in Brand. Das Feuer war erst am frühen Abend gegen 20 Uhr unter Kontrolle. Häuser im unmittelbaren Umfeld wurden zwischenzeitlich evakuiert. Bewohner umliegender Häuser mussten sich darauf einstellen, am Dienstagmorgen kein warmes Wasser zu haben.

Das Feuer warn am frühen Dienstagabend unter Kontrolle - die Nachlöscharbeiten sollten nach Auskunft der Feuerwehr aber bis in die Morgenstunden andauern. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich nach Informationen der Feuerwehr inzwischen auf sechs - drei WDI-Mitarbeiter, ein Feuerwehrmann und zwei Anwohner.

Anwohner sollen wegen der Geruchsbelästigung weiterhin die Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte. Gesundheitliche Bedenken gab es laut Feuerwehr allerdings nicht.

Bürgertelefon für Nachfragen inzwischen wieder abgeschaltet

Die Feuerwehr hatte zwischenzeitlich ein Bürgertelefon eingerichtet - für Fragen zu den Auswirkungen des Brandes und zum Einsatz. Dieses ist nun wieder abgeschaltet.

In der Spitze waren 400 Einsatzkräfte vor Ort - von der Feuerwehr, der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW). Nicht nur Hammer Feuerwehrleute kämpften darum, das Feuer zu löschen und die Rauchentwicklung einzudämmen - sondern auch die Freiwillige Feuerwehr Bönen als überörtliche Hilfe sowie die ABC-Züge aus Werl, Soest, Dortmund und Bochum.

Unter anderem der gesamte Parkplatz des Hellweg-Baumarktes wurde zum Bereitstellungsraum. Dort kommen die Feuerwehr Hamm und die überörtlichen Hilfen zusammen.

Als die Rettungskräfte am Einsatzort eintrafen, brannte Informationen der Polizei zufolge eine Lagerhalle, in der chemische Stoffe aufbewahrt werden, in voller Ausdehnung. Zudem explodierten gerade zwei Gasflaschen

49 betroffene Anwohner werden in der Friedensschule betreut

Die Feuerwehr sprach am Mittag von massiver Rauchentwicklung - und die war auch weithin sichtbar. Anwohner Richtung Norden und Osten werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Warn-App Nina übermittelte diese Warnung. Außerdem wurden die Anwohner per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Umweltamt war vor Ort und ermittelte die Schadstoffkonzentration.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass giftige Stoffe ausgetreten sind, waren die Häuser an der Wilhelmstraße, Viktoriastraße, Hugo-Küching-Straße, Steinstraße und dem Viktoriaplatz ab 14.25 Uhr evakuiert worden. Deren Bewohner wurden mit Bussen zur Friedensschule gebracht. Dort betreute das Deutsche Rote Kreuz sie. 49 Personen nahmen dieses Angebot nach Informationen unserer Redaktion in Anspruch.

Kein warmes Wasser in diversen Haushalten

Wie die Stadtwerke mitteilten, musste eine Fernwärmeleitung, die in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes verläuft, getrennt werden. Das bedeutet, dass diverse Haushalte und Firmen im Umfeld vorübergehend kein warmes Wasser mehr bekommen werden. Dass Heizungen dann keine Wärme abgeben, dürfte wegen des aktuell warmen Wetters zumindest kein Problem sein.  

Viele interessierte Anwohner und Schaulustige hatten sich zunächst an der weiträumig abgesperrten Einsatzstelle eingefunden.

So warnte das Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

"Hauptaggregat Beize" brennt

Laut WDI-Geschäftsführer Klaus Lohrmann brannte das "Hauptaggregat Beize", Lagerstätten seien nicht betroffen vom Brand. Wie er erklärte, sei die Beize grundlegend für die Weiterverarbeitung der Drähte. 

Heftige Rauchentwicklung über Hamm. Umliegende Wohnhäuser mussten evakuiert werden.

Nach WA-Informationen könnte ein Funke, der bei Reparaturarbeiten entstand, von einer Absauganlage angezogen worden sein und habe diese möglicherweise in Brand gesetzt. Die drei Mitarbeiter vor Ort hätten demnach noch versucht, das Feuer mit Feuerlöschern selbst zu löschen. Weil dies nicht gelang, wurde sofort die Feuerwehr alarmiert.

Es entstand nach Informationen der Polizei ein immenser Sachschaden in noch unbekannter Höhe. Die Polizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf.

Quelle: wa.de

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