Kutten-Verbot

Rocker bringen sich selbst auf Anklagebank

BOCHUM - Zwei Bandidos-Rocker stehen seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Sie wollen das Kutten-Verbot richterlich klären lassen. Fußball-Fans zeigen sich solidarisch aus Angst vor Trikot-Verboten.

Das vierlorts geltende Verbot des Zeigens von Rocker-Symbolen ist seit Dienstag ein Fall für das Bochumer Landgericht. Angeklagt sind zwei Mitglieder der Rockerorganisation "Bandidos". Die 44 und 46 Jahre alten Männer waren Anfang August demonstrativ auf dem Bochumer Polizeipräsidium erschienen und hatten sich ihre Jacken abnehmen lassen. Die sogenannten Kutten trugen das verbotene Bandidos-Symbol.

Die Rocker aus Bochum und Menden hielten sich zurück

So sorgten die beiden selbst für das nun begonnene Strafverfahren gegen sie, um die Verbotsfrage richterlich klären zu lassen.

Die beiden 44 und 46 Jahre alten Angeklagten kommen aus Bochum und Menden. Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht hielten sie sich bewusst zurück. Dafür sprachen ihre Anwälte. Verteidiger Reinhard Peters: "Wir halten das Kutten-Verbot für unrechtmäßig und wollen Klarheit."

Die Jacken der Rocker waren während des Prozesses in braune Papiertüten verpackt. Sie wurden nur einmal kurz gezeigt. Die Rockersymbole waren nach einem Erlass des NRW-Innenministeriums von Juli 2014 vielerorts untersagt worden - auch in Bochum.

Wer die Rockersymbole trägt, riskiert ein Jahr Haft

Grundlage waren die Verbote der Bandidos-Gruppen Aachen und Neumünster sowie ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg. Das bedeutet konkret: Wer zurzeit mit dem typischen Totenkopf der Hells Angels oder dem Markenzeichen der Bandidos - dem sogenannten Fat Mexican - in der Öffentlichkeit erwischt wird, begeht in vielen NRW-Städten eine Straftat nach dem Vereinsgesetz. Ihm drohen bis zu einem Jahr Haft oder eine Geldstrafe. Die Bochumer Richter müssen nun die Rechtmäßigkeit des Verbots überprüfen. Mit einem Urteil ist voraussichtlich am 28. Oktober zu rechnen.

Fußballfans befürchten, dass auch Trikots verboten werden

Vor Prozessbeginn hatte es Solidaritäts-Bekundungen von Fußballfans gegeben, die befürchten, dass bald auch das Tragen von Trikots verboten werden könnte.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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