Covid-19-Pandemie

Kurzarbeit wegen Coronavirus: So wird jetzt das Gehalt berechnet

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Wie viel Geld können Arbeitnehmer bei Kurzarbeit erwarten?

Viele Arbeitnehmer müssen in der Coronavirus-Krise auf Kurzarbeit machen. Mit dem Kurzarbeitergeld ist ein Teil des Einkommens gesichert. So wird es berechnet.

  • Das Coronavirus lässt unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben erstarren.
  • Viele Menschen bangen um ihre Arbeit und um ihr Gehalt.
  • Kurzarbeit soll die Krise abwenden und Einkommen sichern - so wird das Kurzarbeitergeld berechnet.

Dortmund - Es zeigt sich immer deutlicher: Das Coronavirus hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern derzeit auch ganz extrem auf unser alltägliches Leben, soziales Miteinander und die Wirtschaft, berichtet RUHR24.de* Viele Betriebe müssen schließen oder haben nicht mehr genug Arbeit für die Angestellten.

Coronavirus: Bundesagentur für Arbeit - Kurzarbeit bei Arbeitnehmern soll Krise abwenden

Besonders Kulturbetriebe wie Theater oder Clubs und die Gastronomie sind derzeit besonders hart von der Coronavirus-Krise getroffen. Aufgrund der immer weiter fortschreitenden Ausbreitung müssen sie den Betrieb einstellen. Was bleibt sind verunsicherte Arbeitnehmer

Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, sagt bei einer Pressekonferenz, dass rund drei Viertel der Unternehmen in NRW von der Coronavirus-Krise stark oder sehr stark getroffen werden. "Wir steuern auf den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem Zweiten Weltkrieg zu", sagte er. Betroffen seien die ganz großen Konzerne bis hin zu Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständigen und Unternehmensgründern.

Trotz Krise bleiben am Ende des Tages immer noch viele unbezahlte Rechnungen liegen, Einkäufe müssen getätigt werden - auch wenn das in der Coronavirus-Krise aufgrund vermehrter Hamsterkäufe* nicht immer einfach ist - und die Miete muss auch in Zeiten des Coronavirus gezahlt werden. 

Davon sehen einige Großkonzerne wie Adidas und H&M jedoch anders - sie beschlossen deshalb während der Coronavirus-Krise keine Miete mehr zu bezahlen. Eine Farce, wie viele finden. 

Kurzarbeitergeld: Bundesagentur für Arbeit springt in Coronavirus-Krise ein

Um den Arbeitnehmern ein wenig unter die Arme zu greifen, hat die Bundesregierung die Regelungen zum Kurzarbeitergeld gelockert. So können Betriebe das Kurzarbeitergeld rückwirkend zum 1. März bereits nutzen, wenn nur 10 Prozent der Arbeitnehmer von Arbeitsausfall betroffen sind. Vor der Coronavirus-Krise* musste ein Dritter der Beschäftigten betroffen sein.

Damit die Arbeitnehmer auch weiterhin auf Gehaltszahlungen hoffen können, muss der Arbeitgeber einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen. Ist der bewilligt, springt die Bundesagentur für Arbeit ein und zahlt einen Teil des Gehalts und darüber hinaus die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 Prozent.

Kurzarbeitergeld berechnen: So viel Geld gibt es in der Coronavirus-Krise dann noch

Aber mit wie viel Geld können Angestellte in der Coronavirus-Krise noch rechnen? Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Zunächst kommt es darauf an, wie viel der Arbeitnehmer noch arbeiten kann. Können statt 40 Stunden in der Woche nur noch 32 Stunden gearbeitet werden, erhält der Arbeitnehmer noch 80 Prozent des Lohns

Die restlichen 20 Prozent des Nettolohns, die wegfallen, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit zu 60 Prozent, bei Familien mit Kindern zu 67 Prozent. In Zahlen: Fallen einem Alleinstehend durch gekürzte Arbeitszeiten beispielsweise 1000 Euro Nettolohn weg, zahlt die Bundesagentur für Arbeit 600 Euro. 

Bis zu 67 Prozent des ausfallenden Nettolohns zahlt die Bundesagentur für Arbeit.

Um zu ermitteln, wie viel Geld in Zeiten des Coronavirus noch übrig bleibt, hat die Bundesagentur für Arbeit eine Tabelle auf ihrer Homepage veröffentlicht. Noch einfacher - und übersichtlicher - geht es mit verschiedenen Gehaltsrechnern. Dort wird einfach der Bruttolohn und das reduzierte Gehalt eingetragen und der Rechner spuckt das Kurzarbeitergehalt aus. 

Kurzarbeitergeld nur, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind

Bevor die Bundesagentur für Arbeit allerdings das Kurzarbeitergeld zahlt, müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Der Betrieb muss alles versucht haben, um den drohenden Arbeitsausfall zu verhindern. 

Das bedeutet auch, dass Überstunden in der Regel abgefeiert werden müssen. Außerdem ist es möglich, Zwangsurlaub zu verordnen. Das betrifft allerdings nur bisher nicht genehmigte Urlaubstage. Urlaub, der bereits vom Arbeitgeber genehmigt wurde, darf nicht ausgeschöpft werden.

Video: Was ist Kurzarbeit und wann ist sie erlaubt?

Allerdings kommen nicht alle Menschen in den Genuss des Kurzarbeitergeldes. Selbstständige bekommen es nicht, ebenso nicht geringfügig Beschäftigte. Nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte können auf das Kurzarbeitergeld bauen.

Grundsätzlich kann Kurzarbeitergeld 12 Monate lang bezogen werden. Werden die 12 Monate unterbrochen, kann die Zeit verlängert werden. Mit dpa-Material.

mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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