Kurz vorm Kollaps: Kölner Bahnhof muss Millionen investieren

KÖLN - Zusätzliche Gleise, mehr S-Bahnen und eine höhere Taktung: Mit Millioneninvestitionen soll der überlastete Bahnknoten Köln vor einem drohenden Kollaps gerettet werden.

Verkehrsunternehmen und die Landespolitik fordern in einem Gutachten 15 Maßnahmen, um den wachsenden Zug- und Güterverkehr in den Griff zu bekommen. „Der Knoten Köln ist ein absoluter Engpass“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium, Horst Becker (Grüne), gestern in Köln.

Die Verkehrsachse dürfe nicht auf dem Abstellgleis landen. Die genaue Höhe der Kosten wird nicht genannt. Die Rede ist von einem mindestens zweistelligen Millionenbetrag. Durch den Kölner Hauptbahnhof verlaufen täglich 12 Fern- und 18 Regionallinien, rund 250 000 Passagiere steigen hier jeden Tag ein oder aus. Laut Gutachten soll der Bahnverkehr, einschließlich Güterzüge, in den kommenden Jahren um 65 Prozent wachsen.An dem Gutachten beteiligten sich der Nahverkehr Rheinland, die Deutsche Bahn Netz und das Landesverkehrsministerium. Darin wird ein spürbarer Ausbau des S-Bahn-Verkehrs empfohlen. So sollen im Hauptbahnhof bis 2019 zwei zusätzliche Gleise entstehen und die Züge auf der Hauptstrecke künftig im 2,5-Minuten-Takt fahren. Der Westring um Köln soll ausgebaut und die Regionalzüge auf das S-Bahn-Netz verlagert werden. Der Fernverkehr rollt somit über eigene Gleise.

Bisher durch Dieselloks befahrene Strecken sollen auf Strombetrieb umgerüstet werden. Darüber hinaus müsse die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main verlängert werden, heißt es in dem Gutachten. Bis 2030 soll der Stufenplan umgesetzt sein.

Die Finanzierung der Vorhaben ist aber ungewiss. Mit dem Gutachten rechnen sich die Beteiligten bessere Chancen bei der Vergabe von Fördermitteln aus. Ein Geldgeber ist das Bundesverkehrsministerium.

„Wir brauchen keine extrem großen Bauten, sondern kleine Maßnahmen“, sagte der Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland, Norbert Reinkober. „Die Züge stehen bereits im Stau.“ Auf manchen Linien fühlten sich die Fahrgäste „wie in einer Sardinenbüchse“. Zwischen Güter-, Fern- und Regionalverkehr sei ein Konkurrenzkampf entstanden.

Der Vertriebsleiter der Deutsche Bahn Netz, Bringfried Belter, sagte: „Durch eine Verspätung kommt das ganze System ins Wanken.“ Die Verspätung eines Zuges am Morgen sei bis zum Mittag zu spüren. - dapd

Quelle: wa.de

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