Künstler fälschen Ministeriumsaktion

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Screenshot der gefälschten Website.

Berlin/Dortmund - Künstlergruppen sind auch im Internet unterwegs. Jetzt hat sich eines das Bundesarbeitsministerium vorgeknöpft. Was steckt dahinter?

Das Logo sieht echt aus, aber die Entschuldigung klingt verdächtig: Ein Künstlerkollektiv hat mit einer Homepage das Bundesarbeitsministerium genarrt. Mit dem Slogan "Deutschland sagt Sorry!" entschuldigt sich das Ministerium vermeintlich für die Agenda 2010 und bei den Verlierern der Hartz-IV-Reform.

Im Impressum steht die angebliche Handynummer des Ministeriums. Diese führt zum Peng! Collective in Berlin. Die Künstlergruppe und das Theater Dortmund, das mit Peng! eine Kooperation hat, bestätigten die Aktion. "Ja, das waren wir", sagte eine Peng!-Sprecherin. Die Gruppe wollte demnach auf die "sozialpolitische Katastrophe" aufmerksam machen, die die Agenda 2010 aus ihrer Sicht ausgelöst hat.Die Geschichten auf der Seite seien echt, aber anonymisiert.

Dortmunder Schauspieler hätten bei der Aktion mitgemacht, sagte Theatersprecherin Djamak Homayou. Die Bühne arbeitet mit Peng! zusammen. "Das ist schon sehr spannend", so Homayou. Das Projekt heißt "Die Populistinnen" und wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Aktionen sind demnach geplant.

Ministerium begrüßt das politische Engagement

Das Bundesarbeitsministerium betonte, Satire sei Teil des Rechts auf freie Meinungsäußerung, und spielte auf die Böhmermann-Debatte an: "Es gab in den letzten Wochen eine lebhafte Debatte in unserem Land über das, was Satire darf und was nicht", sagte ein Sprecher. Das Ministerium begrüße das politisches Engagement und Interesse der Website-Betreiber "ausdrücklich". Es nutzte die Gelegenheit, auf das eigene Informationsangebot hinzuweisen (www.bmas.de). Satire müsse als solche erkennbar sein sollte, fügte das Ministerium hinzu. Es sei auf den ersten Blick nicht erkennbar, dass es sich um Satire handele. Deshalb sei der Betreiber der Website gebeten worden, das Impressum entsprechend zu ändern. - dpa

Quelle: wa.de

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