NRW-Kriminalitätsstatistik

Einbrüche: Starke Zunahme im vergangenen Jahr

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[UPDATE 15.20 Uhr] DÜSSELDORF - 4000 Einbrüche mehr als 2011 zählte die Polizei im vergangenen Jahr. Nur jeder siebte Einbruch wird aufgeklärt. Die Landesregierung will ihr Aktionsprogramm "Riegel vor!" fortsetzen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD)

Trotz groß angelegter Aktionen der Polizei gegen Banden hat die Zahl der Einbrüche in Nordrhein-Westfalen weiter zugenommen. Über 54.000 Mal schlugen Einbrecher im vergangenen Jahr zu, rund 4000 Mal mehr als ein Jahr zuvor. Aufgeklärt wird weiter nur etwa jeder siebte Wohnungseinbruch (13,8 Prozent). Verantwortlich für den rasanten Anstieg in den letzten Jahren machte die Landesregierung am Montag in Düsseldorf erneut vor allem Diebesbanden aus Südosteuropa. "Wir haben es hier mit Tätern zu tun, die selbst für geringe Beute Einbrüche begehen", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Vorstellung des Kriminalitätsreports 2012.

Etwa ein Drittel der gefassten Täter (1851) seien Ausländer. Während Einbrecher ihr Diebesgut früher häufig im Secondhand-Laden nebenan losgeworden seien, brächten internationale Banden Bargeld und Schmuck häufig in ihre Herkunftsländer und verkauften sie dort. "Wir müssen überregional handeln, weil diese Banden überregional tätig sind." Ermittler nutzten Datenbanken, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, DNA-Spuren würden besser ausgewertet.

An der Kampagne "Riegel vor!" mit Schwerpunkteinsätzen der Polizei will die Landesregierung deshalb trotz der gleichbleibend geringen Aufklärungsquote (2011: 13,6 Prozent) festhalten. Die CDU-Landtagsfraktion kritisierte die Großrazzien als "kostspielige und aufwendige PR-Aktionen", die Verbrechen nicht bekämpften.

Jäger verbuchte es dagegen als Erfolg für sein Aktionsprogramm, dass NRW bei den Wohnungseinbrüchen "eine geringere Steigerung als andere Bundesländer" habe. Einbrecher scheiterten immer öfter an gut gesicherten Wohnungen. "Wir haben inzwischen sehr brachiale Einbrüche" sagte Jäger. In vier von zehn Fällen hätten Riegel und Alarmanlagen Täter aber aufgehalten. Einbrüche, vormals eher ein "kriminelles Phänomen der Großstädte", ereigneten sich immer öfter auch auf dem Land, erklärte Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann.

Die Gesamtzahl aller registrierten Straftaten stieg 2012 um ein halbes Prozent auf 1,52 Millionen. Daran sind nicht nur Wohnungseinbrüche Schuld. Immer häufiger sind Täter im Netz zu Hause. Mehr als 22 200 Fälle von Computerkriminalität, darunter viele digitale Erpressungen, spielten sich im vergangenen Jahr in NRW ab. Mehr zu tun hatte die Polizei auch mit Betrügern. Die Deutsche Bahn zeigte alleine fast 56 000 Schwarzfahrer an. Die Aufklärungsquote insgesamt lag bei 49,1 Prozent. "Knapp die Hälfte aller Fälle können die Ermittler aufklären."

Eine gute Nachricht offenbart der Blick auf die Entwicklung der Gewaltkriminalität. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben sank auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. 425 Fälle von Mord und Totschlag - einschließlich der Versuche - beschäftigten die NRW-Polizei im vergangenen Jahr. Das waren 15 Prozent weniger als 2011. Es gab weniger gefährliche und schwere Körperverletzungen (minus 4,1 Prozent), und in mehr als zwei Drittel der Gewaltdelikte schnappten die Ermittler den Täter. Sicherer waren die Menschen in NRW 2012 auch vor Taschen- und Autodieben. - lnw

Quelle: wa.de

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