Kasse darf Daten von Minderjährigen nicht für Werbung nutzen

HAMM - Eine Krankenkasse darf bei Gewinnspielen ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten keine persönlichen Daten von Minderjährigen zu Werbezwecken erheben. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm in einem am Freitag veröffentlichten Urteil entschieden.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte eine Kasse verklagt, die auf einer Job-Messe Gewinnspiele für Minderjährige angeboten hatte. Auf den Teilnehmerkarten wurden Name, Anschrift, Geburtsdatum und Kontaktdaten abgefragt. Auch eine Daten- Einwilligungserklärung per Unterschrift war vorgesehen. Nur bei unter 15-Jährigen mussten Erziehungsberechtigte unterschreiben.

Die Kasse hatte die Werbung für zulässig gehalten, weil bereits 15-Jährige ihre Krankenkasse selbst wählen dürfen. Dem widersprach das OLG. Man könne nicht davon ausgehen, dass Minderjährige ab 15 grundsätzlich die nötige Reife hätten, um die Tragweite der Einwilligungserklärung abzusehen. Bei Gewinnspielen treffe ein Jugendlicher eine ganz kurzfristige Entscheidung über die Preisgabe seiner Daten. Das sei mit der Situation bei der Wahl einer Krankenkasse nicht zu vergleichen. - lnw

Quelle: wa.de

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