Kran gerät in Hochspannungsleitung: 100.000 ohne Strom

Symbolbild

[UPDATE 17.15 Uhr] BAD WÜNNENBERG/PADERBORN - Ein Kranführer will in einem Windpark mit ausgefahrenem Ausleger die Baustelle wechseln und bleibt in einer Hochspannungsleitung hängen. 100 000 Menschen sind von den Folgen betroffen.

Ein 200-Tonnen-Kran ist im ostwestfälischen Bad Wünnenberg (Kreis Paderborn) bei Montagearbeiten an Windkraftanlagen in eine Hochspannungsleitung geraten. Der Unfall sorgte in der Region für einen Stromausfall. 100 000 Menschen waren nach Angaben des Energieversorgers RWE von dem Ausfall betroffen. Die 110 000-Volt-Leitung sei nach dem Unglück in den Vormittagsstunden innerhalb von Sekunden von einer Zentralstelle in Arnsberg vom Netz genommen worden, sagte ein Sprecher der RWE-Tochter Westnetz.

Verletzt wurde niemand. Der Fahrer konnte noch aus dem Führerhaus springen, bevor der Kran gänzlich in Flammen aufging. Zunächst hätten die Reifen gebrannt, wenig später der ganze Kran, sagte ein Polizeisprecher in Paderborn und bestätigte damit erste Berichte des "Westfalen-Blatts".

Das Unglück sorgte in Bad Wünnenberg, Lichtenau und auch in Marsberg im angrenzenden Hochsauerlandkreis für Stromausfälle. Im Bereich Marsberg hatten bereits am Mittag erste Haushalte wieder Strom. In der übrigen Region plante RWE die schnelle Reparatur der beschädigten Leitung oder in Kooperation mit Konkurrent Eon den Anschluss der Versorgung an eine Eon-Leitung. Der Kreis Paderborn ging davon aus, dass der Strom am frühen Abend überall wieder fließen werde. Anwohner sollten sich aber dennoch mit Kerzen und Taschenlampen zu versorgen. In manchen Gegenden sei auch der Handyempfang ausgefallen, hieß es.

Zu dem Unglück war es gekommen, als der Kranfahrer seinen Montagekran von einem Windrad zu einer anderen Baustelle auf dem Windradfeld fahren wollte und dabei den Ausleger nicht einfuhr. "Bei der Berührung der 110 000-Volt-Leitung gab es eine Erdung", sagte Westnetz-Sprecher Wieland Dierks. Der Strom floss durch den Kran in die Erde. Im Umkreis des Krans habe dabei keine Gefahr bestanden. Der Strom sei in die Tiefe gedrungen, sagte Dierks.

Die Feuerwehr sperrte das Areal vorsichtshalber großflächig ab und ließ den Kran abbrennen. Der Fahrer hatte Glück, weil er wie ein Autofahrer im Gewitter in einem sogenannten Faradayschen Käfig saß. - dpa

Quelle: wa.de

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