Kommunen mobilisieren mehr Wahlhelfer als sonst

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Während Düsseldorf bereits genügend Wahlhelfer für den 25. Mai gefunden hat, hofft Köln noch auf weitere Freiwillige.

DÜSSELDORF - Ohne sie läuft am Wahltag nichts: die Wahlhelfer. Um dem Mehraufwand bei den Dreifach-Wahlen am 25. Mai gerecht zu werden, wollen viele Städte mehr Freiwillige einsetzen. Die meisten Kommunen sind bereits gut aufgestellt.

Sie überprüfen die Wahlberechtigung der Wähler, geben die Stimmzettel aus und zählen am Ende die Stimmen: die Wahlhelfer. Rund 110.000 werden am 25. Mai laut NRW-Innenministerium bei den Kommunal-, Europa- und Integrationswahlen im Einsatz sein. Einige Großstädte haben die sonst bei Wahlen übliche Zahl der Ehrenamtlichen aufgestockt, um den Mehraufwand besser meistern zu können, wie eine dpa-Umfrage ergab. Die meisten Städte sind knapp drei Wochen vor der Wahl mit der Zahl ihrer Helfer zufrieden. Sie erhalten für ihre Dienste ein sogenanntes Erfrischungsgeld von mindestens 21 Euro.

Düsseldorf sich sich bereits gut aufgestellt

Mit rund 4200 Wahlhelfern sieht sich Düsseldorf bereits gut aufgestellt. Die Landeshauptstadt sei "sehr hoffnungsvoll", dass ein erweiterter Aufruf nach Wahlhelfern nicht nötig sei, sagte ein Sprecher. Im Vergleich zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr werden etwa 600 Freiwillige mehr im Einsatz sein.

In Dortmund werden etwa 3400 Freiwillige bei der Wahl helfen. Damit sei die Stadt durchaus zufrieden, sagte ein Stadtsprecher. Die Freiwilligen hätten sich "rein aus dem Fundus" ergeben, der unter anderem aus Helfern früherer Wahlen besteht. In diesem Jahr werden allerdings rund 1000 mehr in den Wahllokalen helfen.

Auch Bielefeld ist mit rund 2000 Wahlhelfern "voll ausgelastet", sagte eine Sprecherin des Presseamtes. Diese seien wie in Dortmund zum einen "Stammgäste", die bereits mehrfach bei Wahlen geholfen haben, und zum anderen Menschen, die sich etwa über Aufrufe im Internet gemeldet hätten.

Ebenso zufrieden ist die Stadt Münster mit etwa 2100 ehrenamtlichen Helfern. Das sind ungefähr 300 Freiwillige mehr als bei der Bundestagswahl. Die gute Auslastung führt Stadtsprecherin Monika Bitter unter anderem auf die "spannende Aufgabe" zurück. Schließlich könnten die Wahlhelfer dabei "Demokratie hautnah erleben". Dennoch könne eine Reserve nicht schaden. Medienaufrufe sollen weitere Helfer ermuntern.

Köln befindet sich noch auf der Suche

Köln, die bevölkerungsreichste Stadt in NRW, ist hingegen noch auf der Suche: "Über 8000 Wahlhelfer sind zwar schon eine Hausnummer, aber es könnten auch mehr sein", sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Ziel seien knapp unter 10.000 Wahlhelfer. Im Vergleich zur Bundestagswahl wären das beinahe doppelt so viele. Dieser Unterschied sei aber nicht nur auf den Mehraufwand der Dreifach-Wahl zurückzuführen, sondern auch auf eine Umstrukturierung in Köln: Durch eine stärkere Besetzung der Wahllokale wolle der Wahlleiter bei der Stimmenauszählung gleichzeitig Zeit gut machen, erklärte die Sprecherin.

Die Stadt Köln hat große Unternehmen, Kirchen- und sogar Sportvereine angeschrieben

Um weitere Helfer zu mobilisieren, wirbt Köln nicht nur im Internet, sondern hat auch große Unternehmen, Kirchen- und sogar Sportvereine angeschrieben. "Man kann das ja auch als Wettbewerb sehen, wer seinen Bezirk schneller ausgezählt hat", findet Inge Schürmann. "So kann Fortuna Köln auch mal gegen den FC gewinnen." Zusätzlicher Anreiz dürfte das Erfrischungsgeld sein: Neben den in Köln gezahlten 40 oder 60 Euro gibt es eine zusätzliche Teampauschale. Melden sich zwei Personen gemeinsam an, zahlt die Stadt 15 Euro, bei einer Gruppe von vier Personen 30 Euro pro Kopf extra.

Wahlhelfer kann jeder werden, der stimmberechtigt ist

Wahlhelfer kann grundsätzlich jeder Bürger werden, der für die jeweilige Wahl stimmberechtigt ist. Besondere Vorkenntnisse oder ein bestimmter schulischer Abschluss werden nicht benötigt. Wer bei der Wahl hilft, erhält ein Erfrischungsgeld. 21 Euro erstattet der Bund pro Kopf. Einige Gemeinden haben den Betrag aber aufgestockt. Bis zu 100 Euro können Wahlhelfer in NRW für ihre Unterstützung erhalten. Neben den Freiwilligen, die bei fast jeder Wahl helfen, sitzen meist auch Mitarbeiter der Kreis- und Stadtverwaltungen in den Wahllokalen. - lnw

Quelle: wa.de

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