Königin Silvia eröffnet Begegnungsstätte für Demenzkranke in Bottrop

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Königin Silvia bei der Einweihung des MalTa.

BOTTROP - Königin Silvia von Schweden hat am Freitag im Ruhrgebiet eine Begegnungsstätte für Menschen mit beginnender Demenz eröffnet. Nach Angaben der Malteser ist das „MalTa“ in Bottrop das bundesweit erste Zentrum seiner Art.

Es arbeitet nach der palliativen Philosophie „Silviahemmet“, der Stiftung der schwedischen Königin.

Zur Eröffnung hatte die Hilfsorganisation etwa 100 Gäste nach Bottrop geladen, darunter den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Malteser Deutschland, Karl Prinz zu Löwenstein, sowie den Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) und Essens Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Außerdem schwenkten der Malteser-Nachwuchs und mehr als hundert Schaulustige gelb-blaue Fähnchen.

In der Begegnungsstätte sollen künftig sechs bis acht Demenzkranke betreut werden.

„Es handelt sich um eine großartige Initiative, Menschen in der Frühphase der Demenz und ihren Angehörigen das nicht einfache Schicksal zu erleichtern“, sagte die Königin zur Eröffnung auf Deutsch mit hörbar schwedischem Akzent. „Einige von ihnen wissen, dass auch meine Mutter von dieser schweren Krankheit betroffen war“, fügte sie an. Deshalb habe sie sich viele Gedanken gemacht, wie für Kranke und Angehörige nach der Diagnose eine größtmögliche Lebensqualität erhalten bleiben könne.

Der Tagestreff arbeitet nach dem „Silviahemmet“-Prinzip (übersetzt: „Silvia-Heim“-Prinzip). Es ist das Konzept der gleichnamigen Stiftung, die Königin Silvia im Jahr 1996 in Schweden wegen der Demenzerkrankung ihrer Mutter gründete. Danach sollen Erkrankte und deren Angehörige so unterstützt werden, dass ihnen eine weitgehend selbstbestimmte Lebensweise erhalten bleibt.

„Die ersten Kontakte zu ‚Silviahemmet' sind jetzt etwa zehn Jahre alt“, sagte Karl Prinz zu Löwenstein. Mittlerweile habe der Hilfsdienst mehr als 500 Angehörige und über 1000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter nach diesem Prinzip geschult.

Mit dem Besuch der Königin in Bottrop werde zum Ausdruck gebracht, dass die Krankheit dem Menschen nicht seine Würde nehme. „Was zählt, ist das Dasein, nicht der wie immer messbare Beitrag zum Bruttosozialprodukt“, sagte zu Löwenstein. Der Malteser-Vorstand kündigte an, alle Dienste für Demenzkranke künftig am „Silviahemmet“-Prinzip zu orientieren.

Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler nannte die Eröffnung der Tagesstätte einen „Lichtblick“ und dankte, dass sich die Malteser und die Stiftung Silviahemmet für die Stadt im Revier entschieden haben. - dapd/oel

Quelle: wa.de

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