Fahndungsfotos veröffentlicht

Nach Knochenmark-Diebstahl: Polizei sucht drei Verdächtige

[Update 12.52 Uhr] Köln/Siegburg - Im Fall des gestohlenen und wiederaufgetauchten Koffers mit einer Knochenmarkspende fahndet die Polizei jetzt nach drei Verdächtigen.

Die Bundespolizei veröffentlichte am Freitag Fahndungsfotos von drei Männern, die von einer Überwachungskamera im Siegburger Bahnhof aufgenommen worden waren.

Die Bundespolizei sucht mit Fahndungsfotos nach drei unbekannten Tatverdächtigen.

Die beiden Kuriere, die den Koffer nach Straßburg bringen sollten, hätten die Männer identifiziert, sagte ein Polizeisprecher.

Die Verdächtigen seien zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, zwei von ihnen seien 35-45 Jahre alt, einer zwischen 40 und 50 Jahre.

Die Diebe hatten am Dienstag zwei Kuriere bei einem Halt eines ICE in Siegburg ausgetrickst, waren mit dem Koffer samt Spende geflohen und ließen ihn später einfach liegen. Am Abend hatten ihn Putzleute in einem anderen Zug in Emden gefunden. Ärzte setzten die unversehrte Spende am Mittwoch einem Patienten in Straßburg ein.

Spender bleibt anonym

Der Empfänger werde den Spender wohl nie persönlich kennenlernen. Wegen der strikten Auflagen in Frankreich dürften sich beide nur anonym schreiben, teilte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Donnerstag mit.

Die Regeln seien international unterschiedlich, erläuterte DKMS-Sprecher Guido Ening. Anders als in Deutschland dürften sich Spender und Empfänger in Frankreich nicht kennenlernen. Von den Dieben fehlte nach Angaben der Bundespolizei noch jede Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass es keine Gelegenheitstäter waren und wollen auch Videoaufzeichnungen aus Bahnhöfen auswerten.

Spendenerfolg nie garantiert

Eine Erfolgsprognose sei schwierig und hänge von Faktoren wie der Art und dem Stadium einer Erkrankung wie Blutkrebs ab, sagte Ening. Spender oder Empfänger können in diesem speziellen Fall nur Kontakt aufnehmen, indem sie sich schreiben: Der Spender in Deutschland an die DKMS und der Empfänger in Frankreich an das französische Spenderegister. Dort werden die Briefe auf Anonymität geprüft, wie Ening sagte. Durch die Anonymität solle verhindert werden, dass ein Spender moralisch unter Druck gerät, wenn eine zweite Spende nötig ist.

Dieses Anonymitäts-Gebot verhindert aber wundervolle Begegnungen wie Ening sie beschreibt: "Man erlebt, wie sich Menschen in den Armen liegen. Da ist so viel Dankbarkeit dabei." Und Vertrautheit, wenn sie sich mit den Spitznamen aus den Briefen ansprechen.

In Deutschland deutlich liberalere Vorgaben

In Deutschland sei die Regelung deutlich liberaler: Der Spender erhält allgemeine Informationen zum Geschlecht, Alter und Land des Empfängers. Nach drei Monaten kann der Spender auf eigenem Wunsch Informationen zum Heilungserfolg bekommen und auch ein Briefwechsel ist möglich. Nach zwei Jahren dürfen Kontaktdaten ausgetauscht werden und dann können sie sich auch treffen. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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