Verschwundener „Renoir“ vor Gericht

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Ist das Bild mit dem Titel „Mädchen mit Orange“ ein Original? ▪

HAMM ▪ Echt oder Fälschung? Mit dieser Frage muss sich ab Mittwoch das Oberlandesgericht Hamm beschäftigen. Es geht um ein Renoir-Bild, das aus der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft Essen verschwunden ist.

Ein aus Kroatien stammender Mann hatte das Land Nordrhein-Westfalen bereits vor dem Landgericht Dortmund auf 32 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Dies Klage wurde abgewiesen, woraufhin der Kläger Berufung eingelegte.

Im Januar 2004 reiste der Kläger mit dem Bild, angeblich vom Maler Pierre Auguste Renoir mit einem Wert von 32 Millionen Euro, von Kroatien nach Deutschland. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Betruges gegen den Kroaten wurde das Bild von der Staatsanwaltschaft Essen beschlagnahmt. Als der Besitzer das Bild zwei Jahre später wieder verlangte, war es aus dem Asservat verschwunden.

Während das Bild in der Kammer verwahrt wurde, kam ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Kunsthistoriker zu dem Ergebnis, das Bild sei lediglich eine Reproduktion – und kein Originalwerk von Renoir.

Aus diesem Grund hatte das Landgericht Dortmund die Klage des Kroaten abgewiesen. Dem Mann sei durch das Verschwinden kein Schaden entstanden, weil es sich um einen wertlosen Nachdruck handele. Auf dem Bild sei ein als „Ganymed Trockenstempel“ bezeichneter Prägestempel zu sehen gewesen, der es als einen von der Marées-Gesellschaft herausgegebenen Nachdruck kennzeichne.

Der Kläger aber hält an seinem Schadensersatzbegehren fest. Zum Senatstermin vor dem OLG Hamm werden neben dem Kläger und einem Vertreter des Landes NRW drei Zeugen erwartet. Sie sollen befragt werden, ob das Bild kurz nach der Beschlagnahme keinen Nachdruck-Prägestempel hatte. ▪ WA

Quelle: wa.de

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