Kita-Rettung: Land sagt Millionen zu

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Düsseldorf - Um die Finanznot vieler Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen zu lindern, erhalten die Träger bald einen "höheren dreistelligen Millionenbetrag" vom Land. Das sagte Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) der Deutschen Presse-Agentur.

Dieses Geld werde nun "so schnell wie möglich" an die Kita-Träger fließen, um damit zunächst die Arbeit für die Jahre 2018 und 2019 sicherzustellen. Danach könne die Landesregierung mit Kommunen und Trägern systematisch eine Revision des Kinderbildungsgesetzes angehen, mit einer langfristig tragfähigen Kita-Finanzierung. Als nächsten Schritte sollten danach der Qualitätsausbau in der frühkindlichen Bildung in den Kindertagesstätten sowie flexiblere Öffnungszeiten in Angriff genommen werden. Es werde einige Pilotversuche geben mit Kitas in Uniklinik-Nähe, die rund um die Uhr geöffnet sein sollten, kündigte Stamp an. 

Bei der Ausbildung von Tagesmüttern und -vätern sowie von Erzieherinnen strebe man Verbesserungen an. "Wir wollen die pädagogische Qualität stärken und den Beruf der Erzieherin auch aufwerten." Zum 1. August 2017 sind - noch nach Zahlen der rot-grünen Vorgängerregierung - rund 660.000 Betreuungsplätze in NRW geplant. Im Kindergartenjahr 2010/2011 waren es 555.000. Etwa 52.000 Jungen und Mädchen unter drei Jahren werden von einer öffentlich geförderten Tagesmutter oder in einer anderen Tagespflege betreut. Ein Gutachten der Hochschule Niederrhein für die Arbeiterwohlfahrt hatte vor einigen Monaten eine starke Unterfinanzierung der Kitas bemängelt, die ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag daher nur eingeschränkt gerecht werden könnten. 

Von Land und Kommunen bräuchten die Kitas demnach jährlich 1,5 Milliarden Euro zusätzlich, um ihren Auftrag auf Top-Niveau erfüllen zu können. Die vor einer Woche gestartete schwarz-gelbe Regierung verspricht in ihrem Koalitionsvertrag "stufenweise zusätzliche Landesmittel" und ein neues, vereinfachtes Finanzierungssystem. Stamp betonte, gerade die frühe Förderung sei von zentraler Bedeutung, sie könne "unglaublich viel auffangen, was sonst in den Elternhäusern möglicherweise nicht funktioniert". Kinder aus einkommensarmen oder benachteiligten Familien bräuchten vor allem ausreichende Sprachfähigkeit, um gute Startchancen bei ihrer Einschulung zu haben, betonte der stellvertretende Ministerpräsident.

Quelle: wa.de

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