Mit Kissen über dem Kopf in Tokio ausgeharrt

Häuser nördlich von Tokio

Nils Herchenroeder berichtet aus Tokio von wackelnden Wänden und Hamsterkäufen:

TOKIO ▪ Beben, Flut und plötzliches Chaos: Die jüngste Naturkatastrophe in der Geschichte Japans erlebte Nils Herchenroeder hautnah mit. Der 24-jährige Düsseldorfer war in seiner Tokioer Wohnung, als Freitagnachmittag die Erde zitterte.

„Erst dachte ich, das wird sein wie immer – doch dann fielen Bilder von der Wand. In der Küche schepperte es. Alles wackelte“, erinnert sich Herchenroeder. Er schnappte sich ein großes Kissen und hielt es über seinen Kopf. Dann hieß es abwarten. „Das war ja nicht das erste Beben, das ich miterlebt habe“, meint der Deutsche. Seit einem Jahr lebt er in Tokio, arbeitete als Übersetzer und ist derzeit auf Jobsuche: „Kleinere Beben sorgen bei den Japanern und inzwischen auch bei mir nicht mehr für Unruhe.“ Gestern habe sich jedoch rasch abgezeichnet, dass die Erde stärker bebt als gewohnt.

„Viele Menschen rannten auf die Straßen, auch wegen der häufigen Nachbeben“, beobachtete Herchenroeder. Er selbst ging sofort online. Dringende Fragen galt es zu klären: Was genau ist passiert? Und wie geht es der Freundin, die ein paar Tage auf der Nordinsel Hokkaido verbringt? Per E-Mail, Facebook und Twitter informierte der 24-Jährige auch seine Familie in Deutschland: „Mir geht es gut, macht euch keine Sorgen.“ Während die Mobilfunknetze versagten, erfuhr er übers Internet, dass Freunde und Bekannte unverletzt blieben: „Manche saßen allerdings fest, weil keine Züge und U-Bahnen mehr fuhren.“

Atomalarm und Infos über drohende Stromausfälle trieben Herchenroeder dann in den Supermarkt, den Kühlschrank auffüllen: „In den Läden war total viel los. Die Leute haben sich mit Wasser und abgepackten Lebensmittel eingedeckt. Auch Brot gab es schon nicht mehr.“ ▪ von Pia Käfer

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare