"Kinderbräute" aus Flüchtlingsregionen in NRW: Minister prüft

Düsseldorf - Mit dem Flüchtlingszuzug kommen immer mehr sogenannte Kinderbräute nach Nordrhein-Westfalen. Bei einer Erhebung hat die Bezirksregierung Arnsberg in diesem Jahr einen Gesamtbestand von 188 geprüften Fällen gezählt.

Das teilte das NRW-Justizministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Meist reisten Mädchen mit wesentlich älteren Ehemännern ein.

In Deutschland dürfen Ehen grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit geschlossen werden - nur in Ausnahmefällen schon mit 16 Jahren. Das Oberlandesgericht Bamberg hatte im Mai aber die Ehe einer Syrerin, die im Alter von 14 mit einem Cousin verheiratet worden war, als wirksam anerkannt.

In Deutschland wird seitdem debattiert, ob solche Kinderehen nicht im Widerspruch zu Grundrechten stehen. NRW und Bayern hatten bereits bei der Justizministerkonferenz im vergangenen Juni beschlossen, die Rechtslage zu prüfen.

"Arrangierte Zwangsehen im Kindesalter, bei denen heiratswillige ältere Männer die Not von Familien ausnutzen, verletzen fundamentale Frauen- und Kinderrechte", betonte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD). "Wir müssen es daher ernsthaft erwägen, zukünftig nur noch solche Ehen anzuerkennen, bei denen beide Ehegatten volljährig sind." - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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