NRW-Billiganbieter profitieren von Schlecker-Pleite

BÖNEN/MÜHLHEIM/RUHR - NRW-Billiganbieter profitieren von der Schlecker-Pleite: Der Textildiscounter Kik sowie der Ein-Euro-Discounter Tedi und die Warenhauskette Woolworth wollen 102 Märkte der insolventen Drogeriemarktketten Schlecker-XL sowie der Tochter IhrPlatz übernehmen.

Die Verträge seien bereits am Freitag unterzeichnet worden, teilte die Insolvenzverwaltung am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die formelle Zusage durch den Gläubigerausschuss stehe allerdings noch aus.

Konkrete Übernahmezusagen für die Mitarbeiter der insolventen Drogeriemarktketten wurden nicht gemacht. Die drei Unternehmen hätten angekündigt, Bewerbungen von ehemaligen Schlecker XL- und IhrPlatz-Mitarbeitern prüfen zu wollen, hieß es. Geeigneten Bewerbern sollten passende Stellen angeboten werden, wenn dies möglich sei.

Die betroffen Unternehmen wollten zunächst keine Stellungnahmen abgeben oder waren nicht zu erreichen. Kik gehört zu mehr als 80 Prozent dem Handelskonzern Tengelmann; an dem Discounter ist auch die Woolworth-Eignerin HH Holding beteiligt, die wie Kik im nordrhein-westfälischen Bönen ansässig ist.

Kik betreibt derzeit bereits rund 3200 Filialen in acht Ländern, Tedi zählt deutschlandweit 1281 Filialen und ist mit zusammen 37 Läden auch in Österreich und Slowenien vertreten. Woolworth zählt in Deutschland 204 Kaufhäuser. Das Unternehmen hat langfristig mehr als eine Verdoppelung seines Filialnetzes angekündigt.

Bislang wurden mehr als 230 der insgesamt 490 IhrPlatz-Filialen an den Drogeriemarkt-Riesen Rossmann und die MTH-Gruppe verkauft. Für weitere Übernahmen laufen derzeit Gespräche mit dem Textildiscounter NKD und Drogerie-Branchenprimus dm, der bereits neun Filialen gekauft hat. Auch die Gries Deco Company (Wohnartikel-Anbieter Depot) bestätigte der dpa, sechs IhrPlatz-Filialen gekauft zu haben. Mit bisher mehr als 290 Märkten ist der Großteil der Drogeriekette IhrPlatz bereits verkauft.

In Deutschland kostete die Schlecker-Pleite gut 25 000 Menschen den Job. Bei Schlecker-XL findet derzeit der Ausverkauf statt, Ende August sollen alle 360 Märkte endgültig geschlossen werden. - lnw

Quelle: wa.de

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