Keuchhusten – nicht nur eine Kinderkrankheit

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Keuchhusten betrifft Säuglinge und Kleinkinder besonders schlimm. Doch die Krankheit bricht auch bei Erwachsenen aus.

Krampfhafte Hustenanfälle bis hin zur Atemnot – Keuchhusten ist wieder auf dem Vormarsch. Für Kinder kann die Krankheit lebensbedrohlich werden. Aber auch Erwachsene stecken sich an. Dabei können regelmäßige Impfungen helfen.

Etwa jeder 500. Deutsche bekommt einmal im Jahr Pertussis, so der Fachausdruck für Keuchhusten. Genaue Zahlen existieren nicht. Die Diagnose ist schwer festzustellen, da die Symptome erst auf eine einfache Erkältung hindeuten. Die Patienten gehen deshalb nicht zum Arzt oder erst, wenn sie kaum noch Luft bekommen. Oft schließen Mediziner Keuchhusten von vornherein aus, weil es sich hierbei in der Regel um eine Kinderkrankheit handelt.

Gifte legen Immunsystem lahm

Im Gegensatz zu Masern oder Windpocken wird Keuchhusten nicht durch Viren, sondern durch Bakterien verursacht. Diese werden meist durch Tröpfcheninfektion übertragen. Hustet oder niest ein Infizierter schleudert er die Bakterien bis zu einem Meter durch die Luft. Atmet eine andere Person diese ein, gelangen sie über den Nasen-Rachenraum bis in die Luftröhre. Dort vermehren sich die Bakterien und bilden verschiedene giftige Stoffe, sogenannte Toxine, die das Immunsystem schwächen und die Härchen auf den Schleimhäuten lähmen. Wenn diese intakt sind, befördern sie alle Bakterien aus den Atemwegen. Schalten die Toxine sie aus, können sich die Bakterien ungehindert ausbreiten.

Keuchhusten nicht unterschätzen

Anfangs ähneln die Keuchhusten-Symptome einer einfachen Erkältung: Die Nase läuft, die Patienten fühlen sich schwach und husten leicht. Doch nach ungefähr ein bis zwei Wochen quälen sie krampfhafte Hustenanfälle, die bis zu schwerer Atemnot führen. Eine Therapie mit Antibiotika hilft meist nur in den ersten Wochen der Erkrankung, danach können die Symptome oft nur noch gelindert werden. Von Beginn bis zur vollständigen Heilung vergehen Monate.

Keuchhusten schwächt Erwachsene über Wochen. Für Kinder und Säuglinge wird die Krankheit zur Tortur und kann lebensbedrohlich werden. Ihrem Körper fällt es schwer, sich gegen die giftigen Bakterien zu wehren. Die kleinen Patienten müssen oft im Krankenhaus behandelt und sogar beatmet werden, weil sie nicht mehr genügend Sauerstoff bekommen.

Impfung gegen Keuchhusten

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch Institut empfiehlt, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Die erste Spritze sollte im Alter von zwei Monaten verabreicht werden. Vergessen Sie nicht, die Grundimmunisierung immer wieder aufzufrischen. Als Erwachsener sind Sie nicht mehr so anfällig für die Krankheit wie Kinder. Doch auch wenn Sie schon einmal an Keuchhusten erkrankt waren, sind Sie nicht immun dagegen. Wiederholen Sie die Schutzimpfung deshalb alle zehn Jahre. Der Impfstoff beinhaltet zudem einen Schutz gegen Tetanus und Diphterie.

Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Manchmal treten Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle auf. Diese können zwei bis drei Tage anhalten. Kinder sind nach der Impfung häufig leicht reizbar, schläfrig, bekommen Durchfall oder Fieber. Die vorübergehenden Beschwerden stehen in keinem Verhältnis zu den drohenden Komplikationen bei einer tatsächlichen Erkrankung.

Quelle: wa.de

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