Keine Lösung für Jülicher Atommüll in Sicht

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Für die Brennelemente aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich in einem Zwischenlager ist noch immer keine Lösung in Sicht.

Jülich - Für die Brennelemente aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich in einem Zwischenlager ist noch immer keine Lösung in Sicht. "Eine Prognose, wann mit einer Räumung begonnen werden kann, ist nicht möglich", sagte der Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN), Jörg Kriewel, der Deutschen Presse-Agentur.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hatte 2014 als atomrechtliche Aufsichtsbehörde angeordnet, das Lager in Jülich unverzüglich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Die hochstrahlenden Brennelemente aus dem 1988 abgeschalteten Atomversuchsreaktor lagern auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich in 152 Castoren.

"Die JEN arbeitet kontinuierlich an der Prüfung der Optionen", sagte Kriewel: Rückführung in die USA, Transport ins Zwischenlager Ahaus oder Neubau eines Zwischenlagers in Jülich. Die JEN sei rechtlich verpflichtet, die schnellste Option umzusetzen.

Als im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Einlagerung der Castoren ins Zwischenlager Ahaus kam, war das für die JEN nach eigenen Angaben ein Meilenstein. Die Stadt Ahaus hat gegen die Genehmigung Widerspruch eingelegt und will notfalls auch klagen.

Nachdem das Bundesumweltministerium die Auflagen für den Transport von Kernbrennstoffen verschärft hat, liegt die Hürde für die Transportgenehmigung höher. Nach der neuen Richtlinie müssen Atomtransporte gegen Angriffe besonders geschützt werden. Lösungen dafür müssten erst einmal entwickelt werden, sagte Kriewel. Die JEN stehe bei dieser Aufgabe am Anfang.

Parallel warten die Jülicher auf den Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung in den USA, als Voraussetzung für die weitere Prüfung der USA-Option. Verfolgt wird den Angaben nach auch der Bau eines neuen Lagers auf dem Campus Jülich. "Ein standortabhängiges Konzept wird gerade erstellt", sagte Kriewel. Die Erdbebensicherheit werde dabei die große Herausforderung sein und viel Zeit kosten.

Aus Sicht von Oliver Krischer, Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, könnte ein neues Zwischenlager in Jülich längst in Betrieb sein, wenn die Bundesregierung das nicht seit Jahren blockieren würde. "Statt den Jülicher Atommüll mit hohen Kosten und Sicherheitsrisiken durch die Weltgeschichte karren zu wollen, sollte sich die Bundesregierung endlich an den Neubau eines Zwischenlagers in Jülich machen", sagte der Bundestagsabgeordnete aus Düren.

Quelle: wa.de

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