Münster

Keime in Klinik: Frühchen in kritischem Zustand

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MÜNSTER - Auf der Kinderintensivstation der Uniklinik Münster sind derzeit zehn kleine Patienten von potenziell gefährlichen Darmkeimen befallen. Eines der Kinder sei daran erkrankt und befinde sich in einem kritischen Zustand, berichtete die Klinikleitung am Freitag.

Es gehe um einen gehäuften Auftritt des Bakteriums Serratia marcescens, das für gesunde Menschen ungefährlich ist, aber bei Immungeschwächten zu einer Infektion führen kann. Die Infektion sei jedoch gut antibiotisch behandelbar, hieß es von ärztlicher Seite - auch mit Blick auf das erkrankte Kind. Keime dieses Typs haben schon mehrfach zu kritischen Situationen in Kliniken geführt, mehrere Säuglinge sind daran gestorben.

Die Ausbreitung des Darmkeims wurde nach Angaben der Klinik bei den üblichen Hygiene-Untersuchungen festgestellt. Um eine weitere Übertragung der Keime zu vermeiden, hat die Station nun ihre Hygienevorsorge verstärkt. Ebenso seien die vom Keim befallenen Kinder in andere Räume gebracht worden, teilte der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor des Klinikums, Norbert Roeder, mit. Da dies einen hohen personellen Aufwand mit sich bringe, würden mit Ausnahme von Notfällen keine weiteren Patienten in die Station aufgenommen und geplante Operationen verschoben.

Die Klinik-Sprecher betonten, die getroffenen Maßnahmen seien nicht mit einer "Krisensituation" zu begründen. Vielmehr gehe es um darum, einer Übertragung des Keims und weiteren Infektionen vorzubeugen. "Wir warten nicht auf Infektionen, sondern reagieren frühzeitig", betonte Frank Kipp, leitender Krankenhaushygieniker.

Der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Norbert Schulze Kalthoff, bescheinigte der Klinik ein "vorbildliches Verhalten". Es sei keine weitere Gefährdung von Kindern erkennbar, hieß es.

Quelle: wa.de

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