Karnevalisten sorgen für Farbe an kalter, verregneter Weiberfastnacht

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Identifikation pur: „Kölle“ hat sich eine Jeckin auf dem Alter Markt in Köln auf ihre Pappnase geschrieben.

KÖLN/DÜSSELDORF - Farbe und Frohsinn gegen fieses Schmuddelwetter: Gut gelaunt und bunt verkleidet haben gestern in den rheinischen Karnevalshochburgen die Narren die Kontrolle übernommen.

Tierisch ging es in Köln zur Sache. „Bären“, „Löwen“ und „Kätzchen“ schunkelten, tanzten und besangen den herbeigesehnten Start in den Straßenkarneval. „Wir haben einen Traum, den wir leben dürfen“, verkündete der Kölner Prinz Marcus II. Kurze Zeit später war er im Trubel verschwunden.

Da wollte auch Türsteher Klaus unbedingt hin. Nervös schaute er am Morgen auf seine Armbanduhr. „Ich hoffe, dass ich pünktlich um 12 Uhr Schluss machen kann“, sagte er im Kölner Rathaus. Von draußen drang Gesang und Gegröle herein. Im Sekundentakt liefen Musketiere, Sambafußballer und Clowns an ihm vorbei. Eine Stunde später und mit zahlreichen Karnevalsorden behangen war Klaus erlöst und stürzte sich in die Menge.

In Düsseldorf hatte sich der Rathausplatz wegen Nieselregens etwas langsamer gefüllt als im Vorjahr. Der Feierlaune tat das aber keinen Abbruch. „Die Stimmung ist wie immer bestens“, meinten Conny und Sylvia aus Düsseldorf. Sie sind jedes Jahr an Weiberfastnacht unterwegs.

Die Polizei vermeldete einen ruhigen Start. „Keine besonderen Vorkommnisse. Bislang feiern die Leute fröhlich und ausgelassen“, sagte ein Polizeisprecher. Zum zweiten Mal galt an den tollen Tagen in der Düsseldorfer Altstadt ein Glasverbot. Mehr als 200 Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollierten an insgesamt 16 Stellen. Hundertprozentig funktionierte das aber nicht. „Bei kleinen Schnapsfläschchen sind wir machtlos“, räumte eine Kontrolleurin ein.

Auch in Köln macht die Not erfinderisch: Statt Bierflaschen gab es Dosen, Schnapsfläschchen hingen an präparierten Gürteln und Mischungen wurden kurzerhand in Plastikflaschen umgefüllt. Erst vor einer Woche hatte das Oberverwaltungsgericht Münster das Glasverbot in der Innenstadt bestätigt.

Zwischen all den verrückten Jecken war die zierliche Chinesin Kun Guo eine kleine Ausnahmeerscheinung. Sie war extra aus Peking angereist, um den Straßenkarneval in Köln zu erleben – und ist überwältigt. „Es ist ganz toll“, sagte die junge Frau in dem prunkvollen Kostüm einer chinesischen Prinzessin. In Peking werde nur zweimal im Jahr Karneval gefeiert. In Köln möchte sie bis zu ihrer Abreise am Dienstag durchfeiern. - dapd

Quelle: wa.de

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