Karneval reagiert auf Wulffs Rücktritt: Wagen geändert

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Der Wagenbauer Jörg Liebetrau schneidet in Köln den Kopf des Wulff-Motivwagens für den Rosenmontagsumzug ab.

KÖLN/DÜSSELDORF - Bei den rheinischen Karnevalisten hat der Rücktritt von Bundespräsident Wulff hektische Aktivität ausgelöst. Aktueller geht's nicht: Sie werkeln kurz vor Rosenmontag noch an ihren Motivwagen.

Die Karnevalisten am Rhein reagieren kurz vor dem Höhepunkt der närrischen Tage blitzschnell auf den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff. Die Wagenbauer in Köln und Mainz wollen ihre Wulff-Wagen bis zum Rosenmontag umbauen. Die Düsseldorfer haben sich dieses Motiv ohnehin bis zum Schluss gelassen.

Wulff trat am Freitag zurück. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte zuvor die Aufhebung seiner Immunität beim Bundestag für ein mögliches Ermittlungsverfahren beantragt. Seit mehreren Wochen gab es Vorwürfe gegen ihn wegen Vergünstigungen durch befreundete Unternehmer.

Die Kölner hatten Wulff ursprünglich als Kaninchen darstellen wollen, das von einem Metzger geschlachtet wird. Diese Darstellung war von vielen Seiten als zu brav und zu Wulff-freundlich kritisiert worden. Nach dem Rücktritt wird nun ein neuer Wagen gebaut. Darauf zieht der Deutsche Michel Wulff aus einem viel zu großen Mantel heraus, wobei ein Handy, Prozente, Zinsen, ein Bobbycar und Urlaubsreisen aus dem Mantel purzeln. Im Hintergrund steht das "Kaufhaus Vorteilsnahme". Ein aktuelles Angebot dort lautet "Sonderkredite".

Der Düsseldorf Wagenbauer Jacques Tilly sagte, er habe sich seinen Wulff-Wagen sowieso bis zuletzt aufgespart. Das Motiv werde "superaktuell" ausfallen. "Wir haben ja noch ein wunderbares Wochenende vor uns." Das genaue Motiv müsse er sich noch überlegen. "Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht genau. Wir müssen uns nochmal zusammensetzen mit den Karnevalsoberen. Die Entscheidungsprozesse sind alle noch offen." Die Düsseldorfer halten ihre Entwürfe traditionell geheim.

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) will Wulff auf dem Wagen nun als unterlegenes Staatsoberhaupt im Boxring zeigen. "Das Wort "angeschlagen" werden wir in "K.o." verändern", sagte MCV-Wagenbauer Dieter Wenger am Freitag. Auch an den Augen wird gefeilt: Wulffs Figur schielt jetzt gen Himmel, während er seine Augen bisher gerade nach oben gerichtet hatte. Der Wulff-Wagen sei schon so gebaut worden, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, verriet Wenger: "Er (Wulff) hängt schon angeschlagen in den Seilen." - lnw

Quelle: wa.de

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