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Kölner Kardinal Woelki: 13.800 Euro monatlich trotz „geistlicher Auszeit“

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Der schwer in die Kritik geratene Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki macht ein halbes Jahr Auszeit - bei voll weiter laufendem Gehalt von fast 13.800 Euro.

Köln - Der heftig in die Kritik geratene Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki geht in eine sechsmonatige Auszeit - und bezieht währenddessen weiter sein volles Monatsgehalt von fast 13.800 Euro. „Eine geistliche Auszeit ist kein Urlaub“, teilte das Erzbistum Köln mit.

NameRainer Maria Woelki
BerufTheologe und Kardinal
Geboren18. August in Köln-Mülheim

Kölner Kardinal Woelki: Sechs Monate Auszeit mit vollem Gehalt

„Der Erzbischof ist weiterhin im Amt“, hieß es aus dem Erzbistum Köln zur Causa Woelki. Der Kardinal erhalte demnach während seiner bis Anfang März 2022 dauernden Auszeit seine vollen Bezüge nach der Beamtenbesoldungsgruppe B10. Das entspricht dem Gehalt eines Oberbürgermeisters. „Einen erheblichen Teil davon“ wolle Woelki für Missbrauchsopfer spenden.

Kardinal Rainer Maria Woelki hatte angekündigt, dass er zunächst für 30 Tage in Exerzitien - geistliche Besinnung - gehen werde. Danach wolle er sich in „benachbarten Kirchen, vielleicht in denen der Niederlande, über deren Wege der Seelsorge informieren“, hatte er in einem Beitrag für das Domradio gesagt.

Kardinal Woelki: Spende für Opfer von Missbrauch in katholischer Kirche

Das Erzbistum befindet sich in einer Krise, seit Woelki vor einem Jahr entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche vorerst nicht zu veröffentlichen. Er führte dafür rechtliche Gründe an. Daraus entwickelte sich ein Konflikt, der unter anderem zu einer Welle von Kirchenaustritten führte.

Im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete das Amtsgericht Köln nach eigenen Angaben 6.170 Kirchenaustritte. Im zweiten Quartal dieses Jahres waren es 5.823 und im ersten Quartal 3.346 Austritte. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2020 belief sich die Zahl der Kirchenaustritte auf 2011, also etwa ein Drittel der jetzigen Zahl. 

Papst Franziskus hatte die Situation im Erzbistum Köln von zwei Bevollmächtigten untersuchen lassen. Im September entschied der Papst, dass Woelki trotz „großer Fehler“ im Amt bleiben darf. Er entsprach jedoch Woelkis Bitte um eine Auszeit. Am Dienstag (12. Oktober) übernahm der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser als Apostolischer Administrator die Amtsgeschäfte und wird sie bis zu Woelkis Rückkehr führen. (mit dpa-Material)

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