Nach Unfall

ABC-Alarm wegen ätzender Stoffe am Kamener Kreuz

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[UPDATE 15.40 UHR] KAMEN/BÖNEN - In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat sich erneut ein schwerer Verkehrsunfall im Kamener Kreuz ereignet, bei dem ein Lkw umkippte. Beim Aufrichten des Fahrzeugs trat dann ein unbekanntes Flüssigkeitsgemisch aus, sodass ABC-Alarm ausgelöst wurde.

Von Lars Becker

Wie Nina Vogt aus der Pressestelle der zuständigen Polizei Dortmund auf Nachfrage bestätigte, sollte das direkte Wechseln von der A2 auf die A1 wegen nachhaltiger Reiningungsarbeiten bis in den Abend hinein nicht möglich sein.

Nur in speziellen Chemiekalien-Schutzanzügen konnten die Feuerwehrkräfte die beschädigte Palette in Handarbeit entladen.

"Der Feuerwehr-Einsatz ist beendet, der Lastwagen ist nicht mehr vor Ort. Allerdings laufen dort noch Reinigungs- und Erdarbeiten. Und außerdem wurde die Leitplanke auf rund 30 Metern beschädigt, das muss repariert werden", sagte Vogt zu den Gründen für die anhaltende Sperrung.

Zwischen Bönen und Kamen/Bergkamen gab es am Nachmittag - wie schon im morgendlichen Berufsverkehr - erneut mehrere Kilometer stockenden Verkehr bzw. Stau. Bis zur Aufhebung der Sperrungen ist davon auszugehen, dass die Verkehrsbehinderungen anhalten werden. 

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Uwe Hasche, Pressesprecher der Feuerwehr Bönen, erläuterte die Hintergründe des Einsatzes im Gespräch mit unserer Redaktion.

Demnach waren jeweils zwei Löschzüge der Feuerwehren Bönen (ca. 40 Kameraden) und Kamen (ca. 35 Kameraden) sowie zwei Kräfte einer ABC-Spezialeinheit aus Holzwickede und sechs Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Bönen vor Ort. Der Vollalarm für die Feuerwehr Bönen war um 7.49 Uhr ausgelöst worden.

Fotostrecke zum Feuerwehr-Einsatz:

ABC-Alarm nach Lkw-Unfall im Kamener Kreuz

"Wenn verschiedene Stoffe unkontrolliert zusammenkommen, kann es gefährlich werden. Das konnten wir zum Glück verhindern. Es sind aber mehrere Komponenten eines Kunstharz-Produktes ausgetreten: Kleber, Härter und eine Farbkomponente. Zwei Stoffe davon sind als ätzend, einer als umweltgefährdend gekennzeichnet gewesen", so Uwe Hasche.

Deshalb musste nach Beendigung des aufwendigen Feuerwehr-Einsatzes mit Aufbau eines Dekontaminationsplatzes samt Personendusche auch das betroffene Erdreich durch die Autobahnmeisterei ausgekoffert werden. So war es in Abstimmung mit der Wasserbehörde entschieden worden.

Nach dem Aufrichten des Lastwagens, der laut Ladepapieren Stückgut mit verschiedenen Gebinden (Flaschen, Kartons, Fässer und Kanister) an Bord hatte, wurde mit Hilfe eines angeforderten Gabelstaplers zunächst eine beschädigte Palette ab- und diese dann per Hand von der Feuerwehr entladen. Dabei trugen die Einsatzkräfte zur Sicherung Chemiekalien-Schutzanzüge.

In einer Pressemitteilung von 9.07 Uhr hatte die zuständige Polizei Dortmund geschrieben: "Der verunfallte Lkw hatte offenbar Gefahrenstoffe geladen, die nun teilweise austreten. Daher ist auch die Feuerwehr im Einsatz."

Ein 58-jähriger Lkw-Fahrer aus Hagen war laut Polizei gegen 1.35 Uhr mit seinem Fahrzeug auf der A2 in Richtung Dortmund unterwegs. Im Kamener Kreuz wollte er auf die A1 in Fahrtrichtung Köln wechseln.

In der Tangente kam er aus noch ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und durchbrach die Schutzplanke. Auf der Grünfläche kam er zum Stehen. Der Fahrer blieb dabei unverletzt. Das havarierte Fahrzeug wird von einem Bergungsunternehmen auf das Werksgelände der Firma Bayer geschleppt, wo die Gefahrstoffe fachgerecht entsorgt werden.

Die Verbindung von der A2 (Fahrtrichtung Dortmund) zur A1 (beide Fahrtrichtungen) musste bereits in der Nacht gesperrt werden.

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Quelle: wa.de

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