Aus für Kalle

Wohnung nach 32 Jahren zwangsgeräumt

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Polizisten tragen vor der Zwangsräumung einer Wohnung einen Demonstranten weg.

KÖLN -  Innerstädtische Mieten sind für viele unerschwinglich geworden. Kalle aus Köln wollte sich damit nicht abfinden. Rund 100 Polizisten waren nötig, um ihn aus seiner Wohnung zu holen.

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Trotz starker Proteste hat ein Kölner Mieter nach 32 Jahren seine Wohnung verlassen müssen. Das Amtsgericht Köln erzwang am Mittwoch mit massiver Polizeipräsenz die Räumung. Der Eigentümer, ein Immobilienmakler, hatte zuvor Eigenbedarf angemeldet. Der Mieter Kalle Gerigk (54) bezweifelt, dass der Makler wirklich selbst in der kleinen Wohnung in der Innenstadt einziehen will, doch er bekam in zwei Gerichtsinstanzen unrecht.

Kalle Gerigk musste nach 32 Jahren seine Wohnung verlassen.

Nachdem ein erster Räumungsversuch im Februar gescheitert war, rückte die Polizei diesmal mit etwa 100 Beamten an. Sie sperrte die Straße ab und trug gut 20 Demonstranten weg, die im Vorgarten und im Treppenhaus eine Sitzblockade veranstalteten. Ein Demonstrant, der sich massiv gewehrt habe, sei leicht verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Am Ende der Straße protestierten weitere 100 Leute gegen die Räumung sowie gegen hohe Mieten und "Luxussanierung". Gerigk händigte dem Gerichtsvollzieher die Wohnungsschlüssel aus und verließ das Haus.

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Der dpa sagte er, er wolle nicht aus der Innenstadt in einen Randbezirk ziehen: "Das ist mein Zuhause, hier möchte ich weiterleben." Dass sich so viele Menschen mit ihm solidarisiert hätten, zeige, wie wichtig das Thema sei. Die Politik tue leider zu wenig, doch "wenn mehr Leute so reagieren würden wie ich, dann würde langfristig auch was passieren". Die Mieten in deutschen Großstädten sind nach Angaben der Bundesregierung seit 2008 um mehr als zehn Prozent gestiegen.

Quelle: wa.de

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