Kälte in NRW: Schiff liegen auf Eis

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Der Eisbrecher „MS Lippe“ fährt bei Dortmund durch das Eis des Dortmund-Ems-Kanals. Mittlerweile ist die Schifffahrt auf den meisten Kanälen in NRW eingestellt.

ESSEN - Der frostige Winter gibt nicht nach: Zwar war es am Mittwoch im Schnitt fünf Grad wärmer als am Tag zuvor. Das große Frieren geht aber zu Beginn des Wochenendes weiter. „Der Winter wird wiederkommen“, sagte Meteorologe Günther Hamm vom Deutschen Wetterdienst in Essen.

Auf den meisten Wasserstraßen in NRW geht inzwischen gar nichts mehr. „Wir haben den Mittellandkanal gesperrt“, sagte am Mittwoch der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden, Henning Buchholz. In Ostwestfalen fahre kein Schiff mehr. „Wir können mit unseren Eisbrechern das Eis auch nicht mehr wegschieben. Das Problem ist, dass die Eisdecke sehr hart ist und schnell wächst.“

Festgefahren ist die Situation auch auf dem Dortmund-Ems-Kanal, wo die Eisbrecher am Mittwoch nur noch unterwegs waren, um eine Handvoll Schiffe von Münster ins Ruhrgebiet zu begleiten. Danach fahre zwischen Datteln und der Ems nichts mehr, sagte Manfred Winter vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Rheine. „Das Eis ist zu dick, bis zu 30 Zentimeter, wenn die Schollen übereinanderfrieren.“Ein bis zwei Wochen bleiben die Kanäle jetzt zu, sind sich die Experten sicher. Für die Binnenschiffer wäre das zwar noch keine Katastrophe. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen für einzelne Unternehmer können aber gravierend sein“, sagte Jens Schwanen, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Binnenschiffer.

Der Rhein als wichtigste Wasserstraße des Landes ist noch über den Rhein-Herne-Kanal zu erreichen. Der Kanal wird auch vorerst offen bleiben – „jedenfalls solange es keine strengen Nachtfröste gibt“, sagte Klaus Fähnrich vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg. Drei Eisbrecher seien im Ruhrgebiet im Einsatz, um die Fahrrinne freizuhalten. „Wir haben momentan aber noch ein anderes Problem: Durch den Ostwind staut sich das Eis vor den Schleusen.“ Viele Schleusen auf dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal sind schon gesperrt.

Die Bahn hat den Winter bislang gut überstanden. Zu Zugausfällen komme es bei der trockenen Kälte kaum, hieß es bei der Bahn in Düsseldorf. „Wir haben zwar Weichenstörungen bei einzelnen Fahrzeugen, aber insgesamt läuft der Verkehr relativ stabil“, berichtete ein Sprecher. „Wenn Schneefall oder Hagel kommen, ist das wieder eine ganz andere Situation.“ In der Nacht zu gestern brach zwischen Münster und Osnabrück durch den eisigen Frost eine Schiene. Die Züge hatten bis zum Mittag rund 15 Minuten Verspätung. „Das passiert bei diesen Temperaturen“, kommentierte der Sprecher.

Auch den Straßenbahnen im Land macht die Kälte noch nichts aus. „Das kann sich bei Schnee oder Eis ändern“, hieß es bei der Rheinbahn in Düsseldorf. „Das Einzige, woran wir merken, dass es kalt ist, sind die volleren Bahnen“, sagte ein Sprecher der Stadtwerke in Dortmund.

Der gefürchtete Schnee könnte aber schon am Donnerstag auf NRW rieseln. Nach Temperaturen um minus zehn Grad in der Nacht soll es vor allem im Osten des Landes etwas schneien. Bis zum Freitag zieht dann ein neues Kältetief von der Ostsee über NRW hinweg, das aber zum Wochenende schon wieder verschwindet. Ein Mix aus Schnee, Regen und Schneeregen bringe dann in der neuen Woche Glätte auf die Straßen. „Die Gefahr eines neuen Frosteinbruchs ist noch nicht gebannt“, warnte der Experte: „Nicht, dass die Leute denken, der Frühling kommt auf Samtpfötchen daher. So ein Kälteblock geht nicht klanglos zu Ende.“ - dpa

Quelle: wa.de

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