Justiz streitet über Freilassung von Sexualstraftäter

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Symbolbild

WERL/HAMM/ARNSBERG - Staatsanwaltschaft und Landgericht Arnsberg streiten über die Freilassung eines mehrfach verurteilten Sexualstraftäters. Das Landgericht hatte entschieden, der 55-Jährige müsse entlassen werden, weil er in der JVA Werl keine ausreichende Therapie erhalten habe.

Gegen diesen Beschluss habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch. Nun muss das Oberlandesgericht Hamm entscheiden.

Die Staatsanwaltschaft hält den 55-Jährigen, der seit 1999 in Sicherungsverwahrung ist, weiter für gefährlich. Er dürfe "aufgrund seiner fortgesetzten Gefährlichkeit im Augenblick auf keinen Fall entlassen werden", sagte Oberstaatsanwalt Werner Wolff.

Der Mann war nach Auskunft des Oberlandesgerichts wegen sexuellen Missbrauchs einer Zwölfjährigen zu fünf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er soll sich kurz nach der Entlassung aus einer früheren Haft an dem Mädchen vergangen haben.

Der Mann habe während der Sicherungsverwahrung Therapieangebote erhalten, sagte Wolff. "Es hat Gespräche mit einem Therapeuten gegeben." Der Therapeut habe die Gespräche in der sechsten Sitzung aber abgebrochen, "weil er wegen fehlender Therapiewilligkeit des Mannes keine Grundlage für weitere Gespräche gesehen hat". Das sei der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts auch mitgeteilt worden.

Das Justizministerium wollte sich zu dem laufenden Verfahren inhaltlich nicht äußern. Aus Respekt vor der unabhängigen Justiz und weil zudem auch alle involvierten Justizbehörden im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums liegen, sei besondere Zurückhaltung geboten, sagte ein Sprecher von Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Rande des Justizausschusses im Düsseldorfer Landtag. "Alles andere wäre Einflussnahme." - lnw

Der Soester Anzeiger berichtete berichtete über den Fall:

Oberstaatsanwalt überrascht von Entlass-Beschluss

Sexualstraftäter: JVA hofft auf Signal des Gerichts

Gefährlicher Sexualtäter soll aus JVA Werl freikommen

Quelle: wa.de

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