Jürgen Rüttgers bekommt Verstärkung aus Berlin

Düsseldorf – Bundeskanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel schickt einen ihrer besten Männer an den Rhein. Joachim Koschnicke, Chefstratege aus dem Konrad-Adenauer-Haus, wechselt als freundliche Leihgabe aus der Bundeshauptstadt Berlin in die Landeshauptstadt Düsseldorf, um das Wahlkampfteam von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zu verstärken. Das ist die dritte Personalentscheidung binnen einer Woche, um die CDU-Landesgeschäftsstelle noch rechtzeitig zur heißen Wahlkampfphase wieder flott zu bekommen.

Die durch zum Verkauf angebotene Exklusiv-Gespräche mit Ministerpräsident Rüttgers und Ministern seines Kabinetts in die Schlagzeilen geratene NRW-CDU soll nun keine weitere Zeit mehr verlieren. Die wenigen verbliebenen Wochen bis zur Landtagswahl sollen für einen aktiven Wahlkampf genutzt werden. Die CDU will so schnell wie möglich wieder heraus aus der Defensive.

Koschnicke ist Leiter für Strategische Planung im Konrad-Adenauer-Haus und gilt als Experte für den Umgang mit Wahlumfragen. Bereits am Montag hatte Rüttgers seinen engsten Vertrauten, Boris Berger, von seinen Aufgaben in der Staatskanzlei entbunden, damit auch er an der Seite des neuen Generalsekretärs Andreas Krautscheid für mehr Dampf im Wahlkampf sorgen kann. Krautscheid selbst übernimmt seine neue Aufgabe ab der kommenden Woche.

In CDU-Kreisen geht unterdessen die Sorge um, diese Personalentscheidungen könnten zu spät kommen. Für den Wahlkampf stehe zwei Monate vor dem Wahltag lediglich das technische Konzept, sagte ein hochrangiger Funktionär unserer Zeitung. Auf Ortsebene liefen schon die Podiumsdiskussionen mit den Spitzenkandidaten an, dabei habe der Landesverband sich noch nicht einmal auf konkrete Themen für den Wahlkampf festgelegt. „Die Zeit wird allmählich knapp“, so der CDU-Politiker. Aber immerhin habe der Rüttgers-Vertraute Berger, der nun den Wahlkampf mitsteuere, schon einmal bewiesen, dass er ein Wahlkampfmanager mit Siegerinstinkt sei. „Er ist der richtige Mann für diese Aufgabe.“

Die Personalentscheidungen Krautscheid und Berger seien beide nur eine „Momentlösung“, die der heiklen Lage so kurz vor der Landtagswahl geschuldet seien. „Danach ist mit einer Komplettrenovierung der CDU-Landesgeschäftsstelle zu rechnen“, sagte ein anderer Funktionär.

Zu der Aussage passt, dass Regierungschef Jürgen Rüttgers den vakanten Posten des Ministers für Europa, Medien und Bundesangelegenheiten vor der Wahl nicht mehr neu besetzen will. Auch Berger wurde von seiner bisherigen Funktion als Chef der Abteilung für politische Planung in der Regierungszentrale nur beurlaubt. - Detlef Burrichter

Quelle: wa.de

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