Leiche liegt jahrelang in Wohnung - Nachbarn unter Verdacht

[UPDATE 14 Uhr] DÜSSELDORF - Die Leiche einer Düsseldorferin hat jahrelang in einer Wohnung gelegen, während Nachbarn ihre Sozialhilfe abgezweigt haben sollen. Gegen die Nachbarn wird wegen Betruges ermittelt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag in Düsseldorf Medienberichte. Gegen einen 30-jährigen Nachbarn und seine 31-jährige Freundin werde wegen Betruges ermittelt. Der Mann sei der Polizei bereits einschlägig bekannt. Erst als ein Polizist die Frau, die jahrelang nicht lebend gesehen worden war, in einem Betrugsverfahren als Zeugin vernehmen wollte, kam die Sache allmählich ans Licht.

Im März 2013 wurde schließlich die Wohnung aufgebrochen. Darin lag die skelettierte Leiche, eine aufgeschlagene TV-Zeitschrift aus dem September 2009 und ein nicht eingelöster Verrechnungsscheck ähnlichen Datums. Demzufolge wäre die Frau 57 Jahre alt geworden. Bei der Obduktion wurden keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen entdeckt. Nach Ansicht der Rechtsmedizin ist von einem natürlichen Tod der zuvor bereits schwer kranken Frau auszugehen.

Weil sie sich als Zeugin nicht meldete, war der Polizist zu ihrer Wohnung gefahren und habe den Briefkasten voll alter Post vorgefunden. Außerdem hatte der Hausmeister ein Siegel an ihrer Wohnungstür angebracht, das bereits ein Jahr lang unversehrt war. Der Beamte gab einen Hinweis an die Arge, die daraufhin die Zahlungen einstellte. Dennoch soll es Monate gedauert haben, bis schließlich die Wohnung geöffnet wurde.

Die Nachbarn sollen Briefe im Namen der Toten geschrieben und deren Unterschrift gefälscht haben, um das Geld auf eigene Konten umzuleiten. Vom September 2009 als Todeszeitpunkt ausgehend, sollen die Sozialleistungen noch fast drei Jahre weiter gezahlt worden sein. Demnach könnte der Schaden bei rund 20 000 Euro liegen. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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