Ruhr-Wirtschaft fordert mehr Geld für Revier

ESSEN - Der Osten Deutschlands hat auch dank der Förderung durch den Solidaritätsbeitrag riesige Fortschritte gemacht, jetzt will das Ruhrgebiet stärker von öffentlichen Mitteln profitieren. Der Initiativkreis Ruhr - ein Zusammenschluss von fast 70 großen Unternehmen der Region - fordert mehr Investitionen für eine verbesserte Mobilität, leistungsfähigere Logistik und lebenswertere Stadtviertel im Revier.

"Jetzt muss das Ruhrgebiet vorne stehen und Unterstützung auf dem weiteren Weg nach oben bekommen", sagte der Chef des Essener Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, am Samstag, einen Tag vor dem 25. Jahrestag des Mauerfalls.

Bei der Vollversammlung des Initiativkreises in Essen legte Engel, der an der Spitze des Unternehmerbündnisses steht, einen entsprechenden Plan vor. "Die Bundeskanzlerin hat vor wenigen Tagen erklärt, die neuen Bundesländer hätten durch unglaubliche Hilfe aus den alten Bundesländern aufholen können. Milliardensummen sind investiert worden. Jetzt müssen wir andere Regionen unseres Landes ertüchtigen", betonte Engel. Es geht um Gelder aus EU-, Bundes- und Landesmitteln.

Die Infrastruktur entspreche seit Jahren kaum noch den Grundanforderungen. "Staus und Umleitungen kosten nicht nur tausende Pendler täglich Nerven. Sie bremsen auch das wirtschaftliche Wachstum aus", sagte Engel. Ebenso wichtig wie die Sanierung von maroden Brücken und Straßen sei "der flächendeckende Einsatz neuer Technologien und ein modernes Breitbandnetz für die professionelle Mobilität".

Die Forderungen nach einem "Ruhr-Soli" sind nicht neu. In der Vergangenheit hatten bereits Landespolitiker parteiübergreifend mehr Geld für das Ruhrgebiet aus Berlin gefordert. Kritik kam dagegen aber aus den neuen Bundesländern. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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