Jäger: Rädelsführer in Stadien klarer identifizieren

KÖLN - Gewalttäter im Fußball beschäftigen immer wieder Vereine und Polizei. Innenminister Jäger und Kölns Präsident Spinner fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen solche Problemfans.

Rädelsführer in Fußball-Stadien müssen nach Ansicht von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) klarer identifiziert werden. Deshalb sollten alle Strafverfahren, die denselben Täter betreffen, künftig an einer Stelle bearbeitet werden, sagte Jäger am Freitag in Köln. Bisher werden die einzelnen Taten dort verfolgt, wo sie begangen wurden, und nicht zentral zusammengetragen.

Ziel sei es, ein umfassendes Bild von einem Gewalttäter zu bekommen und so letztlich eine erfolgreichere Strafverfolgung zu erreichen. Jäger will bei der nächsten Innenministerkonferenz am 11. Dezember in Köln für diesen Vorschlag werben. Nach Schätzung des Präsidenten der 1. FC Köln, Werner Spinner, hat sein Club rund 100 gewaltbereite Fans, "die mit sozialpädagogischen Maßnahmen nicht zu erreichen sind".

Ein Problem sei, dass deren Straftaten einzeln betrachtet meist keine großen Delikte seien und deshalb von den Behörden nicht mit Priorität verfolgt würden. So habe der Prozess gegen die FC-Anhänger, die vor zweieinhalb Jahren einen Fanbus von Borussia Mönchengladbach angegriffen hatten, immer noch nicht begonnen, kritisierte Spinner bei der Jahresversammlung der Verwaltungsrichtervereinigung NRW.

Der FC habe in den letzten Jahren viel in punkto Sicherheit getan, zum Beispiel die "Arbeitsgruppe Fankultur" gegründet und mehr Kameras im Stadion installiert, sagte Spinner. Die meisten Probleme gebe es jedoch nicht in den Stadien, sondern bei der An- und Abreise der Fans.

Minister Jäger lehnte es erneut ab, dass Bundesländer sich den Polizeieinsatz bei Risikospielen bezahlen lassen, wie künftig in Bremen. Übertragen auf NRW würde das Bremer Modell bedeuten, dass das Land auch den Veranstaltern der Rosenmontagszüge oder der Cranger Kirmes Polizeieinsätze in Rechnung stellen müsste, sagte Jäger. "Es ist die hoheitliche Aufgabe der Polizei im öffentlichen Raum, ihn so zu sichern, dass Menschen dort friedlich feiern können, und nicht die Aufgabe, den Veranstaltern Rechnungen zu schreiben." Es dürfe zudem nicht sein, dass sich Vereine oder sonstige Veranstalter von der Verantwortung freikaufen könnten. - lnw

Quelle: wa.de

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