Staatsschutz wurde aufmerksam

IS-Anschlag im Kreis Soest vereitelt?

+

Lippstadt - Wurde im Kreis Soest ein IS-Anschlag verhindert? Ein 21-jähriger Mann steht unter dringendem Tatverdacht.

Als der Mann (21) ein Waffengeschäft in Lippstadt verließ, wurde der Staatsschutz aufmerksam. Sie fragten den Händler, was der beobachtete Islamist Iwan K. gerade gekauft habe. Der Händler lieferte eine überraschende Antwort:

Der 21-Jährige habe eine Hochleistungsarmbrust für 249 Euro gekauft. Doch sollte diese Erkenntnis erst der Anfang einer beängstigenden Geschichte sein, das berichtet die Bild-Zeitung. Denn: Im Hotelzimmer des 21-Jährigen (die österreichische Kronen-Zeitung sprach am Montag von einer abgelegenen Pension nahe Lippstadt) stießen die Fahnder dann auf „eine Reihe von Gegenständen, die in Summe zum Bau einer Bombe hätten dienen können“. 

Der junge Mann soll aus dem Umfeld des Islamistenführers Abu Walaa stammen, in dem sich auch der Berlin-Attentäter Anis Amri bewegt haben soll. Der 21-Jährige soll bereits als Gefährder unter Beobachtung des Staatsschutzes gestanden haben, schreibt die Deutsche-Presse-Agentur.

Das hat Sonja Frodermann von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Dortmund am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. Und obwohl „konkret kein Sprengstoff“ darunter gewesen sei, sitze der in Lippstadt aufgewachsene Deutschkasache nun in Untersuchungshaft. Jedoch nicht wegen der Armbrust. 

Wusste die Bundeskanzlerin vom Lippstadt-Fall?

Diese, so die Staatsanwältin, gelte trotz ihrer tödlichen Durchschlagskraft (der Bolzen fliegt mit 148 Metern pro Sekunde) als Sportgerät – und eben nicht als Waffe. Schenkt man einem Bericht der Bild-Zeitung Glauben, ist der Armbrust-Fall aus Lippstadt sogar auf dem Schreibtisch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin gelandet. 

Die Behörden wollen demnach eine Gesetzesänderung, denn eine Armbrust könne demnach sehr wohl eine tödlichen Waffe sein – viel eher als eine Schreckschusspistole, für die man einen Waffenschein benötigt. In dem Bericht heißt es weiter, dass die Ermittler sich sicher seien, dass ein bevorstehender Anschlag verhindert worden sei. 

Glaubensbekenntnis zur Terrormiliz IS

Dafür spreche auch, dass der 21-Jährige keinen festen Wohnsitz mehr hatte, sondern in eben jener abgelegenen Pension nahe Lippstadt lebte. Laut Zeitungsbericht sind in seinem Hotelzimmer zudem auf diversen Datenträgern Anleitungen zur Herstellung des hochexplosiven Sprengstoffs TATP, ein Glaubensbekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie zahlreiche Propaganda-Videos gefunden worden sein.

Sonja Frodermann machte am Montag keine weitergehenden Angaben zu dem Fall. Staatsschutz und -anwaltschaft ermittelten. Durch den Armbrust-Kauf aufgeflogen war der junge Mann in Lippstadt bereits am Freitag, 10. Februar. Warum er überhaupt unter Beobachtung stand? Frodermann: „Es gab Erkenntnisse aus anderen Verfahren“, berichtete die Staatanwältin – „ohne weiter ins Detail gehen zu können“.

Von Stefan Niggenaber

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare