Interview mit dem neuen FDP-Fraktionsvorsitzenden in NRW

Rasche: "Fraktionsvorsitz ist immer eine besondere Verantwortung"

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Christof Rasche ist zum neuen Fraktionsvorsitzenden der nordrhein-westfälischen FDP gewählt worden.

Düsseldorf - Christof Rasche ist wie erwartet zum neuen Fraktionsvorsitzenden der nordrhein-westfälischen FDP gewählt worden. Der 55-Jährige aus Erwitte, der dem Landtag seit 17 Jahren angehört und zuletzt Parlamentarischer Geschäftsführer der Liberalen war, stellte sich nach der Fraktionssitzung, in der er zum Nachfolger von Christian Lindner gekürt wurde, den Fragen von Frank Heidenreich.

Von 28 FDP-Abgeordneten haben 21 Sie gewählt. Fünf enthielten sich, zwei stimmten mit Nein. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis? 

Christof Rasche: Sehr zufrieden. Das Ergebnis ist ganz normal für eine Partei, die den Wettbewerb liebt. Bei den Wahlen zum Fraktionsvorstand hat niemand mehr als 21 Stimmen bekommen. Und zwei Gegenstimmen – das ist so gut wie nichts.

Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe als Fraktionsvorsitzender? 

Rasche: Die FDP-Fraktion versteht sich als Impulsgeber innerhalb der NRW-Koalition. Als Fraktionsvorsitzender werde ich unsere Modernisierungsthemen in die Koalition einbringen und mit meiner Fraktion dafür sorgen, dass das hohe Tempo, das wir gemeinsam mit der CDU bisher an den Tag gelegt haben, anhält. Wir wollen unser Land voranbringen – und die Zukunft erreicht man nicht im Bummelzug. Zudem hat der Fraktionsvorsitzende eine wichtige Scharnierfunktion. Er muss Bindeglied zwischen Regierung und Parlamentsmehrheit sein.

Die CDU-FDP-Regierung in NRW hat eine Mehrheit von einer Stimme. Sind Sie da eher als „Disziplinierer“ oder „Moderator“ gefragt?

Rasche: Die Aufgabe des Fraktionsvorsitzenden ist immer mit besonderer Verantwortung verbunden. Ich bin deshalb dankbar für das Vertrauen, das mir meine Kolleginnen und Kollegen in der Fraktion geschenkt haben. Die knappe Mehrheit bereitet mir keine Sorgen – im Gegenteil. Alle 100 Abgeordneten von CDU und FDP eint der Wunsch, unser Land nach vorne zu bringen. Dafür arbeiten wir gemeinsam.

Wie hat sich - aus Ihrer Erfahrung als Parlamentarischer Geschäftsführer - die Arbeit in der Fraktion und zwischen den Fraktionen in den Wochen seit der Wahl dargestellt?

Rasche: Die Wochen nach der Landtagswahl Mitte Mai waren unheimlich intensiv. Zunächst galt es, die Koalitionsgespräche mit der CDU zum Erfolg zu führen. Freie Demokraten und Christdemokraten haben dann eine Modernisierungspartnerschaft verabredet mit einem guten Koalitionsvertrag, der nun die Arbeitsgrundlage für die nächsten fünf Jahre ist und den wir mit Tempo umsetzen werden. Auf der anderen Seite haben wir uns auch intern neu aufgestellt. Unsere Fraktion ist von 22 auf 28 Abgeordnete angewachsen, 14 von ihnen sind zum ersten Mal in den Landtag gewählt worden. Als Parlamentarischer Geschäftsführer war es meine Aufgabe, nach der Regierungsbildung viele Prozesse neu auszurichten. Insofern ist nun auch die Kontinuität der Zusammenarbeit innerhalb der NRW-Koalition gesichert.

Ihr Vorgänger Christian Lindner gilt immer noch als prominentestes Gesicht der FDP. Haben Sie Respekt vor den Fußstapfen, in die Sie treten? Inwiefern unterscheidet sich Ihr Stil von seinem?

Rasche: Christian Lindner und ich kennen uns schon seit vielen Jahren. Wir sind 2000 gemeinsam zum ersten Mal in den Landtag NRW eingezogen und haben nach der Landtagswahl 2012 intensiv zusammengearbeitet. Für unser Comeback unter Führung von Christian Lindner im Bund haben wir hier in NRW den Grundstein gelegt. Auch die Arbeit und Aufstellung der FDP-Landtagsfraktion haben wir in den vergangenen Jahren modernisiert. Jeder hat seinen eigenen Stil, aber klar ist, dass wir den eingeschlagenen Weg fortführen werden.

Quelle: wa.de

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