Prozessbeginn: Internet-Betrug in großem Stil

AUGSBURG - Wegen Internetkriminalität in großem Stil müssen sich drei Männer und eine Frau aus Nordrhein-Westfalen seit Mittwoch vor dem Augsburger Landgericht verantworten.

Sie sollen zwischen 2008 und 2011 über gefälschte Online-Shops gegen Vorkasse Waren im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro verkauft haben - ohne die Artikel auszuliefern. Bestellt hatten die Online-Kunden Waren wie Notebooks, Haushaltsgeräte und Werkzeug. Es geht um rund 2050 Fälle.

Neben einem 23-Jährigen aus Essen sind ein 36-Jähriger aus Bergisch Gladbach eine 30-Jährige aus Steinheim im Kreis Höxter und ein 30-Jähriger aus Lüdenscheid angeklagt. Die Anklage lautet unter anderem auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug, Datenfälschung, Ausspähung von Daten, Nötigung, Bedrohung und Anstiftung zur Körperverletzung.

Um seriös zu erscheinen, imitierten die Angeklagten aus Nordrhein-Westfalen der Staatsanwaltschaft zufolge die Internetauftritte von Onlineportalen. Unter anderem fielen Postbankkunden auf eine gefälschte Seite herein. Unter dem Vorwand eines Computervirenproblems sollen die Angeklagten Bankkunden veranlasst haben, ihre Kontodaten samt Pin für Online- und Telefonbanking anzugeben. Auf diese Weise hätten sie in 117 Fällen insgesamt mehr als 200 000 Euro illegal abgebucht.

Der Prozess begann schleppend - der erste Verhandlungstag endete, noch bevor die Anklageschrift verlesen werden konnte. Der Anwalt des Esseners zweifelte zum Prozessbeginn die Zuständigkeit des Augsburger Landgerichts an, da nur rund 50 der etwa 2050 vorgeworfenen Fälle in dessen Bereich lägen. Außerdem sei für seinen Mandanten die Jugendkammer zuständig und nicht die Wirtschaftskammer. Die Anträge wurden abgelehnt. Da der Anwalt sein Mandat niederlegte, wurde die Verhandlung auf Montag (18. Juni) vertagt. - lnw

Quelle: wa.de

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