Zehn Faktoren untersucht

Feinstaub, Nitratbelastung, Lebenserwartung: Interaktive Karte zeigt, wie gesund wir wohnen

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Es lebt sich "mäßig" gut in der Region - aber immerhin besser und meist auch länger als noch vor zwei Jahren. Das zeigen Daten einer interaktiven Karte zur Wohnqualität in Deutschland. Wir haben uns die Sache näher angesehen.

In der Soester Börde, in Hamm und im Hochsauerlandkreis werden die Menschen älter. Die mittlere Lebenserwartung ist hier auf 81,4 bis 82,5 Jahre gestiegen. Bei der Erhebung für das Jahr 2016 lag sie noch bei 78,4 bis 81,4 Jahren. Exakt dort liegt das Durchschnittsalter der Menschen im benachbarten Märkischen Kreis, unverändert seit 2016.

Zehn Gesundheitsfaktoren hat eine Agentur im Auftrag der Bausparkasse Mainz ausgewertet, um  die Frage zu beantworten, wo in Deutschland es sich am gesundesten wohnen lässt: 

  • Lebenserwartung
  • Feinstaubbelastung
  • Belastung durch Stickstoffdioxid
  • Radonkonzentration
  • Nitratbelastung der Grundwasserqualität
  • Lichtverschmutzung
  • Lärm
  • Bodenversauerung
  • Ozonwerte
  • Hochwassergefahr

Die untersuchten Gebiete sind nach dem Postleitzahlensystem aufgeteilt. Die Messdaten spiegeln jeweils einen Mittelwert; abhängig vom konkreten Standort eines Gebietes können die Zahlen also variieren. So dürfte etwa die Belastung mit Feinstaub in der Großstadt Hamm, Postleitzahlenbereich 59, höher ausfallen als im Arnsberger Wald mit gleicher Postleitzahl. 

Die Karte fasst Werte aus 14 verschiedenen Karten und Datenlisten zusammen - unter anderem erhoben vom Umweltbundesamt und der Europäischen Umweltagentur. 

So ist die Wohnqualität im Märkischen Kreis (PLZ 58)

Für den Märkischen Kreis, die Städte Hagen, Schwerte, Fröndenberg, den Ennepe-Ruhr-Kreis und die Gemeinde Wickede/Ruhr weist die Karte "sehr gute" Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte aus (>7,5 und >5 Mikrogramm/Kubikmeter, unverändert im Zweijahresvergleich). Als "gut" bewertet ist neben der Nitratbelastung des Grundwassers (<50 mg, unverändert) auch die geringe Hochwassergefahr - hier war 2016 noch ein "mittel" angegeben. 

"Mäßig" eingestuft ist im Postleitzahlenbereich 58 die mittlere Lebenserwartung von 78,4 bis 81,4 Jahre (unverändert). Dieser Durchschnittswert berücksichtigt neben der medizinischen Versorgungslage einer Region, seiner Gesundheits-, Hygiene- und Wohnbedingungen auch sozioökonomische Kriterien wie Bildungsabschluss, Beruf und Einkommen. Daher, so heißt es in der Erläuterung der Untersuchung, liege die durchschnittliche Lebenserwartung in struktur- und einkommensschwachen Gegenden deutlich niedriger als in solchen mit hohen Einkommen. 

Die höchste Lebenserwartung weist die Karte für die Postleitzahlenbereich 88, 87, 86, 85, 83, 82, 81, 80 und für 72 und 79 aus - allesamt im Süden Deutschlands (82,5 bis 84,9 Jahre).

"Mäßig" ist den Daten zufolge die Belastung durch Ozon. Die gemessenenen Gaswerte waren demnach an mehr als 15 Tagen zu hoch (unverändert). 

Die Lichtverschmutzung im und um den Märkischen Kreis hat sich verbessert. Darunter zu verstehen ist die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen. Gemessen wird in Watt pro Quadratzentimeter Steradiant, gemessen wird so die Strahldichte. Die Belastung ist auf 6,0 - 20,0 109 (2016: >20,0 109) zurückgegangen, fällt aber immer noch in die Kategorie "belastet", aber nicht mehr "sehr belastet". 

Gleich geblieben ist die Lärmbelastung der Menschen in der Region ("belastet"), ebenso derWert des radioaktiven Elements "Radon" in der Atemluft (>40–100 kBq/m³, unverändert). 

Verschlechtert hat sich der ph-Wert der Böden: gemessen in der Einheit "Äquivalente pro Hektar und Jahr" liegt die Bodenversauerung bei 500-1000 eq ha-1 a-1 (2016: 500) und hat sich damit von "gut" auf "belastet" verändert.  

So ist die Wohnqualität in Hamm, Kreis Soest und Hochsauerlandkreis (PLZ 59)

Auch der PLZ-Bereich 59 mit der Stadt Hamm, dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis steht bei den Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerten "sehr gut" da  (>7,5 und >5 Mikrogramm/Kubikmeter, unverändert im Zweijahresvergleich) und hat "gute" Werte bei der Nitratbelastung des Grundwassers (<50 mg, unverändert). 

"Gut" sind in der Region auch die mittlere Lebenserwartung (81,4 - 82,5 Jahre, 2016: 78,4 - 81,4 Jahre) und der Grad der Bodenversauerung (500 eq ha-1 a-1, verbessert gegenüber 2016: 500-1000 eq ha-1 a-1).

Die Menschen im Postleitzahlenbereich 59 sind nur noch "mäßig" betroffen von Lichtverschmutzung (1,0-6,0 109), 2016 war die Region noch als "belastet" eingestuft (6,0-20,0 109), ebenso der Wert des radioaktiven Elements "Radon" in der Atemluft (>40–100 kBq/m³, unverändert). 

Mit mehr als 20 Tagen weist die Karte die Gegend auch in Bezug auf die Ozonwerte als "belastet" aus (2016: 15 Tage). 

Es gibt eine "mittlere" Hochwassergefahr in Hamm, dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis (unverändert).

Eine Informationsgrafik von der BKM - Bausparkasse Mainz. Mehr Informationen unter bkm.de

Quelle: wa.de

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