Integrationsminister: Muslime gehören zu NRW

Guntram Schneider

REMSCHEID - Der Islam gehört zu Deutschland - mit einer solchen Bemerkung löste Bundespräsident Wulff einst heftige Debatten aus. NRW-Integrationsminister Schneider äußert sich jetzt ähnlich - bei der Grundsteinlegung zu einem Moschee-Neubau.

Muslime und der Islam gehören nach Ansicht von Landesintegrationsminister Guntram Schneider zu Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Das sei so, "selbst wenn manche Zeitgenossen das Gegenteil behaupten", betonte der SPD-Politiker am Sonntag. Der damalige Bundespräsident Christian Wulff hatte im Jahr 2010 mit einer entsprechenden Bemerkung noch heftige Debatten ausgelöst.

Schneider äußerte sich anlässlich der Grundsteinlegung zu einem Moschee-Neubau in Remscheid. Der Bau der Zentralmoschee sei ein "positives wie sichtbares Zeichen dafür, dass die Musliminnen und Muslime hier angekommen sind und Teil der Stadtgesellschaft sein wollen", erläuterte Schneider.

In Remscheid entsteht ein Gebetshaus mit Kuppel und einem fast 28 Meter hohen Minarett - von dort aus wird es jedoch keinen Ruf des Muezzins geben. Himmet Ertürk von der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Remscheid sagte, die Moschee werde nach Fertigstellung die größte ihrer Art im Bergischen Land sein. Die Gemeinde sei bereits seit 1986 an derselben Stelle in Remscheid, jetzt gehe es darum, die Räumlichkeiten zu vergrößern. Jeder, der Berührungsängste habe, sei in der Gemeinde willkommen, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lennep, Hartmut Demski, betonte: "Wir leben hier seit Jahren in einer guten Nachbarschaft mit der muslimischen Ditib-Gemeinde." Die bisherigen Räume auf einem ehemaligen Industriegelände seien für Gottesdienst und Gebet "nicht wirklich schön" gewesen.

Nach Schätzungen des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums gibt es in Deutschland insgesamt etwa 2500 islamische Gebetsstätten. Davon seien aber nur rund 150 als klassische Moscheen mit Kuppel und Minarett - sogenannte repräsentative Sakralbauten - zu bezeichnen. Aktuell gebe es schätzungsweise 100 Bauvorhaben.

Laut Polizei blieb es bei der Grundsteinlegung in Remscheid friedlich. Bei einer Protestkundgebung der rechtsextremen Splitterpartei "Pro NRW" habe man 24 Teilnehmer gezählt. - lnw

Quelle: wa.de

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