Inder niedergeschlagen - Möglicher islamistischer Hintergrund

[Update 12:50 Uhr] BONN - Nach einem Überfall auf einen indischen Studenten fahndet die Bonner Polizei nach zwei unbekannten Männern und ermittelt auch, ob es einen politischen Hintergrund gibt.

Die mutmaßlichen Täter "könnten dem islamistischen Umfeld zuzurechnen sein", sagte Polizeisprecher Harry Kolbe am Donnerstag in Bonn. Deshalb sei auch der Bonner Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet worden.

Nach Aussagen des 24-jährigen indischen Gaststudenten hatten zwei Männer am Heiligabend gedroht, ihm die Zunge abzuschneiden, wenn er nicht zum Islam konvertiere. Als der Student auf ihre Forderung nicht reagierte, schlugen ihn die beiden Unbekannten nach Angaben der Polizei nieder und verletzten ihn an der Zunge.

Nach dem Stand der Ermittlungen seien die Aussagen des Opfers glaubhaft, sagte Kolbe. Bei der Polizei gab der Inder an, dass einer der Täter dunkle, lockige Haare und einen längeren Kinnbart gehabt habe. Weil aufgrund dieser Personenbeschreibung und wegen des Tatablaufs laut Kolbe ein "politischer Hintergrund" vorliegen könnte und die Täter "aus dem islamistischen Spektrum" kommen könnten, ermittle auch der Staatsschutz.

Nach ärztlicher Behandlung ist der Inder, der bei seiner Vernehmung "noch sehr stark unter dem Einfluss der Tat stand", wie die Polizei beschrieb, mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bonn gilt als eine Hochburg der Islamisten-Szene. Nach dem versuchten Bombenanschlag vor zweieinhalb Wochen auf dem Bonner Hauptbahnhof geht die Bundesanwaltschaft von Verdächtigen mit "Verbindungen in radikal-islamistische Kreise" aus. Vor einer Woche tauchte außerdem ein islamistisches Internetvideo mit angedrohten Geiselnahmen zur Freipressung eines in Bonn verurteilten Salafisten auf. - lnw

Quelle: wa.de

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