Immer mehr Störche überwintern in NRW

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Isselburg - Noch vor wenigen Jahren war es für Störche ausgeschlossen, den Winter in Deutschland zu verbringen. Das hat sich geändert, mittlerweile überwintern immer mehr Vögel in der einst zu kalten Heimat.

"Das ist ein Phänomen, das wir verstärkt beobachten", erzählt Hans Glader, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Störche NRW. "Es ist gut möglich, dass die Anzahl in den kommenden Jahren steigen wird."

Das steht und fällt mit dem Wetter: Bedeckt wochenlang eine geschlossene Schneedecke den Boden, können die Vögel keine Regenwürmer, Mäuse oder andere Leckerbissen bekommen. Doch lange Schneephasen sind in NRW selten geworden, Nahrung stellt für die Störche also kein Problem mehr dar. Trotz einiger kälterer Tage gab es auch in dieser Saison in den Storch-Gebieten am Niederrhein und im Münsterland kaum länger anhaltenden Schneefall.

Den vergangenen Winter haben nach Gladers Angaben rund 80 Störche in Nordrhein-Westfalen verbracht, für die laufende Saison gibt es noch keine verlässlichen Zahlen. Welche Vögel sich gegen den langen Flug entscheiden, sei schwierig einzuschätzen. "Es gibt einige Pioniere, die das einfach mal ausprobieren", sagte der Storch-Experte.

Im März werden die hartgesottenen Tiere Gesellschaft bekommen. Dann kehren jene Artgenossen zurück, die die kalten Monate im Süden verbracht haben. Viele von ihnen werden Tausende Kilometer aus Afrika hierher geflogen sein - einige hingegen nur aus Spanien. Mit diesen könne man vielleicht auch schon Ende Februar rechnen, vermutet der Vorsitzende der Storch-Stiftung.

Unklar ist Glader zufolge, mit wie vielen Vögeln in Nordrhein-Westfalen zu rechnen sei: "Das ist ein Lotteriespiel. Wir hatten hier gute Bruterfolge in den letzten Jahren, aber nicht alle kehren an die gleiche Brutstätte zurück." Während einige Störche ihrem Revier jahrelang treu blieben, hielte es andere nur für eine Saison am selben Ort.

226 Brutpaare zählte die Stiftung Störche NRW im vergangenen Jahr, das sind rund zehn Prozent mehr als 2015. Die Stiftung setzt sich für die Erhaltung von Naturreservaten im Niederrhein ein, um den Lebenraum der Störche zu sichern.

Quelle: wa.de

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