Mit 140 Sachen!

"Ich wollte nur ein bisschen Autofahren": Achtjähriger gibt in Soest Gas - jetzt prüfen Polizisten Strafe gegen die Eltern

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Auf der Autobahn war die wilde Fahrt beendet.

[Update 11.50 Uhr] Soest - Früh übt sich. Das bewies in der Nacht zu Mittwoch ein acht Jahre alter Junge in Soest. Er raste mit 140 Sachen über die A44 bei Soest. Dann hielt er auf einem Parkplatz an. Verletzten die Eltern ihre Aufsichtspflicht?

Droht den Eltern des Achtjährigen, der mit deren Wagen über die Autobahn gebraust war, eine Strafe oder eine Anzeige? „Das Verkehrskommissariat prüft hier eingehend“, sagt Polizeisprecher Holger Rehbock, „aber nach unserem Dafürhalten wird es wohl nicht dazu kommen.“

Eine Verletzung der Aufsichtspflicht sei nicht zu erkennen, niemand könne einen Achtjährigen rund um die Uhr beaufsichtigen. „Die Leute haben ihren Sohn ja nicht dazu animiert, Auto zu fahren“, so Rehbock weiter. 

In dem Fall sähe die Lage ganz anders aus, das haben deutsche Gerichte schon vor Jahren entschieden. Wer jemanden, der keinen Führerschein besitzt, zum Fahren anhält oder ihm seinen Wagen überlasst, muss mit empfindlichen Strafen, auch Haft, rechnen. Im Soester Fall habe niemand ahnen können, dass der Junge eine Spritztour plante. Rehbock: „Es war das erste Mal, dass der Junge so etwas anstellte.“

„Ich wollte nur ein bisschen Autofahren", sagte der Achtjährige in der Nacht gegen 01.15 Uhr zur Polizei. Er hatte sich den Automatik-Wagen der Eltern geschnappt. Auf der Autobahn war Schluss mit der wilden Fahrt.

Der Junge schnappt sich das Auto ein zweites Mal

"Die Mutter des Jungen hatte gegen 00.25 Uhr die Polizei benachrichtigt. Ihr achtjähriger, auto-affiner Sohn sei mit ihrem VW Golf davon gefahren. Der Junge würde regelmäßig Kart und Autoscooter fahren, außerdem habe er auf einem Privatgelände auch schon mal einen Pkw gesteuert", erklärte die Polizei.

Mutter findet ihren Sohn auf Autobahn-Parkplatz

Die Polizei fahndete sofort nach dem Automatik-Golf mit dem Schüler am Steuer. Die Mutter suchte ebenfalls nach ihrem Sprössling. Sie rief um kurz nach 1 Uhr die Polizei schließlich zum Autobahnparkplatz "Ostönner Grund" in Fahrtrichtung Dortmund. 

Achtjähriger Rennfahrer aus Soest wird Fall fürs Jugendamt

Hier hatte sie ihren Sohn mit dem Pkw wieder aufgefunden. Der Junge gab anschließend an, sich bei 140 Stundenkilometern auf der Autobahn nicht mehr wohlgefühlt zu haben. Darum fuhr er auf den Parkplatz und stellte das Auto dort mit eingeschaltetem Warnblinklicht in einer Ecke ab. 

Einen Grund, an der Geschichte zu zweifeln, gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Der Junge habe beim Eintreffen der Beamten auf dem Rastplatz sein Handeln realisiert und sei in Tränen ausgebrochen.

Sogar ans Warndreieck denkt der junge Mann!

Zusätzlich sicherte er den Standplatz des Golfs mit einem Warndreieck. 

Zum Glück kam nichts und niemand bei der Aktion zu Schaden.

Am Mittwoch, 28. August schnappte sich wieder ein Minderjähriger im Kreis Soest die Schlüssel des Familienautos und verursachte einen Unfall. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Quelle: wa.de

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