Hygiene-Leitfaden für NRW-Tagesmütter

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Fröhliche Herausforderung – aber auch mit strengen Regeln: der Alltag einer Tagesmutter. ▪

DÜSSELDORF ▪ Mit einem 20-seitigen Hygiene-Leitfaden für Tagesmütter kommt die Landesregierung jetzt den Bestimmungen einer EU-Verordnung nach. In dieser sind Tagesmütter als „Lebensmittelunternehmer“ definiert und damit ebenso strengen Hygiene-Richtlinien wie Großküchen und Kantinen unterworfen.

„Allerdings“, so ein Sprecher des Umweltministeriums, „lässt die Verordnung uns einigen Spielraum“. Und der wurde in Düsseldorf genutzt, um nach eigenen Angaben zu einer „lebenspraktischen Lösung“ zu kommen. „Unser Ziel ist es schließlich, die Kinderbetreuung auszubauen und nicht die bürokratischen Hürden zu erhöhen“, hieß es aus dem Ministerium.

Demnach müssen sich die Tagesmütter, die bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen, auch künftig nicht auf regelmäßige Lebensmittelkontrollen einstellen. Mit dem Leitfaden will die Regierung den Tagesmüttern aber eine Hilfestellung geben, um den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden. Unter anderem wird ihnen geraten, den Kindern keinen rohen Fisch zu servieren, Hühnchenfleisch gut durchzubraten, sich regelmäßig die Hände zu waschen, die Handtücher häufig zu wechseln und die Lebensmittel auch auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause kühl zu halten. „Im Wesentlichen also Vorkehrungen, die die meisten ohnehin treffen“, so der Sprecher weiter. Lebensmittelkontrollen fänden in solchen Fällen nur anlassbezogen statt, also dann, wenn etwa das Jugendamt Anlass zur Sorge hat.

Für Tagesmütter, die mehr als fünf Kinder gleichzeitig betreuen, gelten hingegen andere Bestimmungen. „Die sollten sich in nächster Zeit mit ihrem Lebensmittelkontrollamt in Verbindung setzen, um das Verfahren vor Ort zu klären“, so der Sprecher.

Die Reaktionen auf die Regelungen sind verhalten: „Damit könnten wir leben“, sagte die Geschäftsführerin Margarete Hackmann von der Familiären Kinder- und Tagesbetreuung in Bergkamen. Die geplanten Hygienevorschriften seien aber eine „zusätzliche Erschwerung“ für die Arbeit der Tagesmütter. „Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, die U3-Betreuungsplätze zu besetzen“, sagte sie.

SANDRA OELSCHLÄGER

Quelle: wa.de

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