Raser und Handysünder im Visier

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Düsseldorf - Raser und Handysünder im Visier: Hunderte Polizisten kontrollierten am Dienstag Fahrer auf den Autobahnen. Ein erwischter Temposünder lieferte eine plausible Begründung für sein Fehlverhalten.

Diese Begründung für einen eklatanten Tempoverstoß auf der Autobahn bestätigt die großen Befürchtungen der Polizei: Durch ein Telefonat über die Freisprecheinrichtung seines Autos sei er derart abgelenkt gewesen, dass er die Schilder nicht gesehen habe. Das gab der Fahrer einer Oberklasse-Limousine an, der 63 Stundenkilometer zu schnell im Ruhrgebiet unterwegs war und gestoppt wurde, teilte das NRW-Innenministerium am Dienstag in einer Zwischenbilanz zu Schwerpunktkontrollen auf den Autobahnen mit. Für den stark abgelenkten Fahrer der Limousine wird es richtig teuer: 240 Euro Strafe, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

NRW-Innenminister Ralf Jäger machte sich auf der A555 bei Köln selbst ein Bild von den Kontrollen.

Einen anderen Fahrer, der alkoholisiert und unter Drogeneinfluss am Steuer saß, zogen Polizisten aus dem Verkehr. Ein Lkw-Fahrer, der telefoniert und zu dicht auffährt und ein Pkw-Fahrer, der drängelt und rechts überholt, wurden als weitere Beispiele genannt. "Offenbar blenden manche die Gefahren durch Ablenkung, Geschwindigkeit und zu dichtes Auffahren einfach aus", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). Zu hohe Geschwindigkeit, Ablenkung und zu geringer Sicherheitsabstand führten zu schweren Unfällen. "Deshalb wird die NRW-Polizei ganz gezielt vor allem dagegen vorgehen", betonte er. Jeder noch so kurze Blick aufs Smartphone sei während der Fahrt lebensgefährlich.

Die 24-stündige Schwerpunktkontrolle mit rund 400 Beamten am Dienstag sollten für mehr Sicherheit sorgen. Unter anderem wurde ein rumänischer Lkw stillgelegt, weil seine Bremsanlage nicht mehr verkehrstauglich war. In NRW ist im vergangenen Jahr die Zahl der Unfalltoten auf Autobahnen um etwa ein Drittel gestiegen. Insgesamt verloren 80 Menschen bei Unfällen auf den Autobahnen ihr Leben. Fachleute beobachten mit Sorge, dass eine Ablenkung des Fahrers als Unfallursache immer mehr Bedeutung bekommt. Seit Montag verbreitet die Polizei NRW auch ein Video in den sozialen Medien, das speziell auf die Gefahren der Handynutzung im Auto aufmerksam machen soll. - dpa

Quelle: wa.de

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