Anklage fordert neun Monate Haft für Hooligans

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Gegen Gelsenkirchner Hooligans wird zur Zeit wegen tätlicher Angriffe auf niederländische Polizisten verhandeln.

Middelburg - Wegen schwerer Misshandlung von Polizisten hat die niederländische Staatsanwaltschaft neun Monate Haft für Hooligans aus dem Ruhrgebiet gefordert. Die deutschen Männer seien im Nordseebad Renesse mit brutaler und gezielter Gewalt vorgegangen, erklärte die Anklage am Freitag vor Gericht im niederländischen Middelburg.

Wegen der Massenschlägerei vom 12. April wurde elf Angeklagten der Prozess gemacht. Sie waren allerdings nicht erschienen und ließen sich durch ihre Verteidiger vertreten. Die Männer, die zum harten Kern von Schalke-04-Fans gehörten, hätten die Beamten getreten und geschlagen, schilderte die Anklage.

Attacke mit Bierflasche

Einem Polizisten wurde mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Zwei Beamte mussten mit Kopfverletzungen in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Anklage forderte zudem Entschädigungszahlungen von insgesamt rund 6000 Euro. Da sich die Gewalt gegen Polizeibeamte richtete, ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine hohe Haftstrafe gerechtfertigt.

Vor den drei Richtern schilderte der Staatsanwalt, was sich in der Nacht vom 12. April in dem Nordseebad abgespielt hatte. Eine große Gruppe von sogenannten Ultras war mit einem Doppeldeckerbus nach Renesse gereist. Sie wollten nach Angaben der Anklage den Abschied eines Kumpanen feiern, der wegen Fußballgewalt eine Freiheitsstrafe antreten sollte.

"Feige Angriff" gegen einzelne Polizisten

Nach dem Besuch einer Diskothek kam es gegen 2.30 Uhr zu einem Streit mit Niederländern. Als die Polizei eingriff, seien die Beamten selbst zur Zielscheibe der Gewalt geworden. Der Ankläger sprach von einem "feigen Angriff" einer großen Gruppe gegen einzelne Beamte. "Die Gewalt zielte dahin, die Polizisten auszuschalten," sagte Staatsanwalt Rob Rammeloo. Nach Ansicht der Verteidiger ist die Schuld der Männer jedoch nicht bewiesen. Die Aufnahmen von Überwachungskameras seien undeutlich. Darauf seien die Angeklagten nicht zu erkennen.

Urteile am 13. Mai erwartet

Die Anwälte forderten weitere Zeugenbefragungen. Die elf Angeklagten waren am Dienstag aus der U-Haft entlassen worden. In mindestens vier Fällen soll das Urteil am 13. Mai gesprochen werden. - dpa

Quelle: wa.de

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