Unwetter-Katastrophe in NRW

NRW: Hochwasser-Gebiete als Corona-Hotspots – Behörden sehen „erhöhte Gefahr“

Wird die Katastrophenhilfe zum Superspreader-Event? Behörden befürchten viele Corona-Neuinfektionen in den Hochwassergebieten in NRW. Und warnen.

NRW – Auch wenn das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen* vielerorts längst zurückgegangen ist: Das Coronavirus bleibt. Experten befürchten nun viele Neuinfektionen in den Katastrophengebieten. Auch insgesamt steigt die Corona-Inzidenz in NRW, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
KatastropheHochwasser
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Hochwasser-Katastrophe: Behörden fürchten Corona-Hotspots in Überschwemmungsgebieten

Die Fernsehbilder aus den Hochwassergebieten in NRW und Rheinland-Pfalz haben viele Menschen schockiert. Dort, wo die Flüsse über die Ufer getreten sind, haben Menschen versucht, ihr Hab und Gut zu schützen. Wer kann es ihnen verdenken, dass sie dabei nicht als Erstes einen Mundschutz überziehen?

Doch genau das könnte für die ohnehin bereits schwer getroffenen Gebiete in NRW jetzt weitere Probleme bringen. Das Gesundheitsministerium (MAGS) warnt laut RND etwa: „Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln.“

NRW: Hagen und Wuppertal impfen trotz Hochwasser-Katastrophe weiter

Die hatte es vorübergehend auch in der überfluteten Stadt Hagen* gegeben. Die Gesundheitsämter vor Ort seien sich aber der zusätzlichen Gefahr bewusst. Sie könne durch Testungen, Masken und Lüften reduziert werden, teilt das MAGS mit.

Die Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei, THW sowie die Soldaten der Bundeswehr konnten sich bereits früh in den Priorisierungsgruppen impfen lassen. Und trotz des Hochwassers liefen etwa in Wuppertal die Schutzimpfungen für Anwohner gegen das Coronavirus weiter. Damit hoffen die Behörden, die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen.

Corona in NRW: Hagen meldet viele Reiserückkehrer mit Delta-Variante

Die Stadt Hagen teilte jedoch vergangene Woche mit, dass die Hälfte der aktiven Corona-Infektionen auf Reiserückkehrer entfalle. Bei ihnen sei „ausnahmslos die Delta-Variante“ festgestellt worden. Das Problem: Eine Infektion kann auch mit Schnelltests teilweise nicht sofort nachgewiesen werden. Damit können Menschen diese Variante ungewollt weitergeben, ohne es zu merken.

Nach dem Hochwasser gehen in Hagen (NRW) die Aufräumarbeiten weiter.

Auch eine Impfung schützt zudem nicht verlässlich vor einer Ansteckung mit der Delta-Variante: „Wichtig zu wissen: auch nachgewiesen Immunisierte können sich zu einem geringen Anteil noch mit SARS-CoV-2 Viren infizieren und die Infektion weitergeben“, schreibt die Stadt Hagen. Gegen schwere Verläufe schützen die Impfungen jedoch weiterhin.

Hochwasser-Katastrophe als Corona-Hotspot? Inzidenzen zeigen das noch nicht

In den Infektionszahlen spiegelt sich eine etwaige Ausbreitung des Coronavirus in den Hochwassergebieten noch nicht wider. Symptome einer Covid-19-Erkrankung treten jedoch erst nach einigen Tagen auf, bis ein PCR-Test den Verdacht bestätigt vergehen oft bis zu zwei Wochen (alle News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24).

Die aktuellen Inzidenzwerte einiger betroffener Städte laut Landeszentrum Gesundheit NRW:

StadtInzidenzwert
Hagen12,2 (19. Juli)
Wuppertal18,9 (19. Juli)
Euskirchen3,6 (19. Juli)

In NRW nimmt die Corona-Pandemie aktuell wieder Fahrt auf*. Der landesweite Inzidenzwert liegt aktuell bei 13,0 (Stand: 19. Juli). Damit droht das Bundesland jedoch in wenigen Tagen ohnehin in die Inzidenzstufe 1 hochgestuft zu werden. Dann würden wieder Maskenpflicht sowie Kontaktbeschränkungen gelten, um das Coronavirus einzudämmen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa, AFP Photo/Centers for Disease Control and Prevention/Alissa Eeckert/Handout; Collage: RUHR24

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