Verfahren zur Insolvenzeröffnung läuft

Hoberg: Großbäckerei vor dem Aus - 185 Beschäftigte freigestellt, Filialen zu

Die Großbäckerei hat Insolvenz angemeldet: Der Betrieb ist in allen 14 Filialen und in der Produktion im Industriegebiet Westerhaar – hier ein Bild aus 2016 – eingestellt.
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Die Großbäckerei hat Insolvenz angemeldet: Der Betrieb ist in allen 14 Filialen und in der Produktion im Industriegebiet Westerhaar – hier ein Bild aus 2016 – eingestellt.

Die Großbäckerei Hoberg aus Wickede im Kreis Soest steht vor dem Aus. Das Verfahren zur Insolvenzeröffnung läuft. Alle 14 Filialen sind geschlossen, 185 Beschäftigte sind freigestellt. So geht es jetzt weiter.

Wickede/Kreis Soest - Die Wickeder Großbäckerei Hoberg steht vor dem Aus und soll nun abgewickelt werden, für das Unternehmen wird nach einem Käufer gesucht. Die 185 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind freigestellt.

UnternehmenHoberg's Bäckereien GmbH
FirmensitzWickede (Kreis Soest)
Anzahl Filialen14

Das Unternehmen Hoberg‘s Bäckereien GmbH mit Sitz in Wickede habe zuletzt 14 Bäckerei-Filialen in Nordrhein-Westfalen betrieben und 185 Mitarbeiter in Produktion und Verkauf beschäftigt. Das sah mal anders aus: In Blütezeiten hatte die Großbäckerei Hoberg über 30 Filialen und mehr als 400 Mitarbeitern landesweit.

Hoberg-Großbäckerei aus Wickede (Kreis Soest) vor Insolvenz - Beschäftigte freigestellt

„Ziel bleibt es, trotz der Insolvenzsituation, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, heißt es am Montag in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters, Rechtsanwalt Marco Kuhlmann aus Soest. „Nach fast einem Jahr der Corona-Pandemie war nunmehr der Schritt zur Stellung des Insolvenzantrages unabdingbar. Insbesondere die sonst so umsatzstarken Filialstandorte an Bahnhöfen und in Innenstadtlagen mussten durch die wiederkehrenden Lockdown-Situationen massive Umsatzeinbrüche verzeichnen. Auch finanzielle staatliche Hilfen, wie die teilweise Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld konnten die Liquiditätssituation nur temporär verbessern.“

Weiter heißt es in der Mitteilung zu Hoberg: „Vor dem Hintergrund, dass sich das Unternehmen bereits im Jahre 2016 in einem Insolvenz-Eigenverwaltungsverfahren befunden hat und der damalig mit den Gläubigergruppen Ende des Jahres 2018 abgeschlossene Insolvenzplan bislang noch keine Erfüllung erfahren hat, bestand ein rechtliches Hindernis, welches eine erneute Insolvenzgeld-Inanspruchnahme verhinderte. Entsprechend wurde am Donnerstag der vergangenen Woche seitens der zuständigen Agentur für Arbeit beschieden.“ Das war der 11. März.

Hoberg-Großbäckerei aus Wickede (Kreis Soest) vor Insolvenz: Halbes Gehalt nicht gezahlt

Das halbe Februar-Gehalt sei nicht gezahlt worden, heißt es ergänzend auf Nachfrage aus dem Büro des Insolvenzverwalters. „Um die beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirtschaftlich möglichst schnell abzusichern und weiteren finanziellen Schaden abzuwenden, wurde sodann umgehend die Belegschaft von ihrer Arbeitsleistung freigestellt.“

Und damit auch möglichst schnell der Weg für Kündigungen und entsprechende Gelder der Arbeitsagentur geebnet werden kann. Als Folge seien ab Freitag sowohl alle Filialen als auch der Produktionsstandort von Hoberg in Wickede geschlossen worden. Hoberg betreibt Filialen in Aachen, Bad Waldliesborn, Dortmund, Lüdenscheid, Münster, Nordkirchen, Paderborn, Soest, Wadersloh, Warstein, Werl und Wickede.

In einem Rewe-Markt in Soest wird bereits nach einem Ersatz gesucht.

„Nachdem alle Mitarbeiter hierüber intern schriftlich informiert worden sind, werden aktuell Planungen aufgestellt, im Einvernehmen mit den jeweiligen Vermietern möglichst viele Filialen kurzfristig an neue Betreiber zu vermitteln. Hierdurch erhoffen wir uns, bestmöglich für einen Großteil der Beschäftigten dennoch einen nachhaltigen Arbeitsplatzerhalt zu sichern“, so Insolvenzverwalter Kuhlmann weiter. Oberste Prämisse sei dabei, mit allen Verfahrensbeteiligten offen und zielorientiert zu kommunizieren, so Kuhlmann am Montag.

Bäckerei Hoberg vor Insolvenz: Das sagt die Geschäftsführung

Heinrich Hoberg, geschäftsführender Gesellschafter der Hoberg‘s Bäckereien GmbH, ließ in der Mitteilung wissen: „Das wichtigste Gut in meinem Unternehmen war immer die Belegschaft. Hier wollen wir mit voller Transparenz agieren und trotz dieses Ereignisses so viele Arbeitsplatze wie möglich versuchen zu erhalten.“

Jahrzehntelang waren Hobergs Bäckereien mit ihren frischen Backwaren am Markt. Heinrich Hoberg dankt in der Mitteilung seinen Kunden „auch im Namen seiner gesamten Belegschaft für ihre jahrzehntelange Treue zum Unternehmen ausdrücklich“.

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